Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat den Stromausfall in Berlin zum Anlass genommen, um auf die Möglichkeiten der Photovoltaik im Falle eines Blackouts hinzuweisen. Wer in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus lebt, könne sich mithilfe einer Photovoltaikanlage und eines Speichers unabhängiger vom Versorgungsnetz machen. »Über eine PV-Anlage erzeugter und im Speicher eingelagerter Strom steht dem Haus auch bei einem Netz-Blackout zur Verfügung«, so der Verband. Zwar seien die Effekte in der sonnenreichen Zeit größer als im Winter, doch die Investition lohne sich trotzdem, da sich Hauseigentümer vor dem Hintergrund einer zunehmenden Abhängigkeit von Strom im Zuge der Elektrifizierung sowie der wachsenden Gefahr von Angriffen auf Stromnetze auf diese Weise unabhängiger machen könnten. Der ZVEH weist jedoch darauf hin, dass nur Photovoltaikanlagen mit Not- oder Ersatzstromfunktion im Falle eines Blackouts auch ohne Netz Strom liefern können.
Wer zur Miete oder in einer Eigentumswohnung in einem Mehrparteienhaus lebt, kann laut dem Verband auch auf bidirektionales Laden setzen. Elektrofahrzeuge dienen dann als Speicher, über den zuvor aus dem Netz gezogener Strom wieder zurück ins Hausnetz eingespeist werden kann. Um diese Reserve nutzen zu können, müssten allerdings sowohl das Auto als auch die Ladeinfrastruktur auf die notwendigen Voraussetzungen überprüft werden. »Dass der Gesetzgeber mit dem Stromsteuergesetz sowie mit dem‚ Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Energiebereich‘ Ende Dezember auch wichtige Weichen gestellt hat, um bidirektionales Laden zu erleichtern, ist dabei von Vorteil.«
»Unsere Gesellschaft wird immer elektrischer. Das bedeutet: Die Abhängigkeit vom Strom wächst noch weiter. Und das macht uns verwundbar«, warnt Thomas Bürkle, Vizepräsident des ZVEH. Er empfiehlt Netzbetreibern und Verbrauchern, sich rechtzeitig mit dem Thema Notstromversorgung auseinanderzusetzen.
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