Wood Mackenzie: Dunkelflauten können die Energiesicherheit in Europa gefährden

Wood Mackenzie
© Rolf Schulten / PHOTON

Lange Perioden mit geringer Leistung von Wind- und Solarenergie – sogenannte Dunkelflauten – können die Energiesicherheit Europas gefährden und zu extremer Marktvolatilität führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Beratungsunternehmens Wood Mackenzie.

Laut dem Bericht »Weathering the lulls: the risks and opportunities of Dunkelflaute« sind die europäischen Märkte im Durchschnitt 1,6 Dunkelflaute-Ereignissen pro Jahr ausgesetzt, wobei es jedoch erhebliche regionale Unterschiede gibt. Am stärksten betroffen sind demnach die nördlichen Märkte, insbesondere diejenigen, die auf Offshore-Windkraftanlagen angewiesen sind, da sie mit verbundenen Windparks und begrenzter räumlicher Vielfalt konfrontiert sind. Südeuropäische Märkte haben demnach ein geringeres Dunkelflaute-Risiko, da die Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit auch im Winter stark ist.

Das höchste Risiko von Dunkelflauten mit drei Ereignissen pro Jahr besteht laut Wood Mackenzie in Belgien. Portugal hingegen habe keine Dunkelflauten zu befürchten. Die meisten Dunkelflauten treten der Analyse zufolge zwischen November und Januar auf, wobei 41 Prozent länger als drei Tage dauern.

Laut dem Bericht reichen die Marktfolgen von extremen Preisen bis hin zu dramatischen Verschiebungen im Stromversorgungsmix. In Deutschland reichten die bei nur zwei Dunkelflaute-Ereignissen im Jahr 2024 beobachteten Preise aus, um mehr als die Hälfte der Großhandelserlöse von Gas-Peakern zu erzielen. Während des Ereignisses im November 2024 stiegen die deutschen Intraday-Preise auf 820 €/MWh. Die Gas- und Kohleverstromung stieg dramatisch an und die deutschen Importe beliefen sich auf durchschnittlich 10,5 GW über drei Tage.
»Da Europa zu einem Stromsystem übergeht, das von variablen Wind- und Sonnenenergie dominiert wird, ist das Verständnis dieser extremen Wetterereignisse von entscheidender Bedeutung«, sagte Matthew Campbell, Senior Research Analyst, European Power bei Wood Mackenzie. Trotz sinkender Auslastungsraten bleibe die Gaserzeugung deshalb systemkritisch.

© PHOTON

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