Vorteil für Erneuerbare: Stromhandel wird auf 15 Minuten-Intervalle umgestellt

Umstellung
© Flexpower

Heute um 12:00 Uhr wurde in der deutsch-luxemburgischen Gebotszone erstmals die Day-Ahead-Auktion mit 15-Minuten-Produkten für den 1. Oktober 2025 abgewickelt. Damit sind 96 Viertelstunden statt 24 Stunden das neue Marktstandardprodukt im europäischen Stromgroßhandel. Die Umstellung folgt der europäischen Vorgabe aus der Electricity Balancing Guideline (EBGL) und dem Clean Energy Package, wonach die Bilanzausgleichsperiode auf 15 Minuten harmonisiert werden muss.

Der Go-Live verlief laut dem Unternehmen Flexpower weitgehend reibungslos. Lediglich eine leichte Verzögerung bei der Veröffentlichung der Marktergebnisse sorgte kurzfristig für Unruhe. Allerdings konnten alle Orders verarbeitet werden und die Kopplung mit den europäischen Partnerbörsen wurde erfolgreich abgeschlossen.

Die erste Auktion lieferte differenzierte Preissignale: Der durchschnittliche Preis über alle 96 Viertelstunden lag bei 116,6 EUR/MWh, die teuerste Viertelstunde (19:00–19:15 Uhr) erreichte 408,5 EUR/MWh und die günstigste Viertelstunde zur Solarspitze (11:45–12:00 Uhr) lag bei 61,4 EUR/MWh. Der höchste Preisunterschied zweier benachbarter Viertelstunden (18Q3 und 18Q4) lag bei 96 EUR/MWh und bildet damit einen deutlichen Preisanstieg in der Abendrampe ab.

Zur Überraschung einiger Marktteilnehmer zeigte sich das den Stromhändlern bekannte »Zickzack«-Muster auch in der Day-Ahead-15-Minuten-Auktion in den sogenannten Rampen. So fiel beispielsweise der Preis trotz steigender Nachfrage und sinkendem Angebot aus Solarstrom von 16Q4 auf 17Q1 von 116,7 EUR/MWh auf 85,5 EUR/MWh. Während die Stundenpreise kontinuierlich steigen oder fallen, erkennen die Marktteilnehmer in den Viertelstunden das aus dem Intraday-Markt bekannte Muster weiterhin.

Auch der Stromkonzern Vattenfall begrüßte die Einführung der 15-Minuten-Auktion. »Die Umstellung auf Viertelstundenprodukte ist ein echter Paradigmenwechsel für die Energiewende«, sagt Jörg Seidel, der bei Vattenfall die kurzfristige Anlagenoptimierung leitet. »Auch wenn wir die konkreten Auswirkungen auf unseren Anlageneinsatz zunächst abwarten müssen, zeigt die Reform, wohin sich der Markt entwickelt: Die Reform eröffnet Chancen, Strom aus Wind und Sonne noch effizienter in den Markt zu integrieren – und bringt uns einer Zukunft näher, in der alle die Wahl haben, sich fossilfrei fortzubewegen, zu produzieren und zu leben.«

»Erzeugung und Nachfrage lassen sich nun wesentlich genauer abbilden«, erklärt Seidel. »Im Viertelstundenhandel können wir unsere Erzeugungsprognosen künftig präziser einreichen, Strom aus Wind und Sonne noch passgenauer vermarkten, Batterien und Pumpspeicher effizienter einsetzen und die Flexibilität im System deutlich steigern.« Dies ist für Betreiber erneuerbarer Anlagen ein echter Fortschritt: Photovoltaik- oder Windstrom kann zielgerichteter vermarktet werden, Ausgleichskosten sinken, und Marktteilnehmer gewinnen an Planungssicherheit.

© PHOTON

Pressemitteilung Flexpower
Pressemitteilung Vattenfall

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