Der Ausbau von Großbatteriespeicherprojekten nimmt auch bei kommunalen Energieversorgern Fahrt auf: elf Prozent setzen bereits konkrete Projekte um, weitere 27 Prozent planen Vorhaben, 46 Prozent prüfen Einstiegsmöglichkeiten. Das geht aus einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) hervor. »Wichtig ist, dass die Speicher netzdienlich eingesetzt und wirtschaftlich betrieben werden können. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit die Dynamik nicht ausgebremst wird«, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: »Wenn wir den Speicherhochlauf jetzt nicht konsequent voranbringen, drohen steigende Systemkosten und zusätzliche Belastungen für Netze und Verbraucher«, so Liebing.
Dafür brauche es klare und investitionssichere Rahmenbedingungen. So sieht der VKU zum Beispiel im Baurecht Handlungsbedarf: Im Umkreis von Umspannwerken und Kraftwerken dürfen Batteriespeicher auch ohne Bebauungsplan errichtet werden, allerdings nur bis zu einer Entfernung von 200 Metern. Im Zuge des aktuell stattfindenden sogenannten Baugesetzbuch-Upgrades sollte der Maximalabstand für diese baurechtliche Privilegierung laut VKU auf mindestens 500 Meter erweitert werden.
Die geplanten und laufenden Projekte der kommunalen Energieversorger variieren laut VKU-Umfrage deutlich in der Größenordnung: Eine Leistung von 1 bis 5 Megawatt (MW) bauen 34 Prozent der befragten Unternehmen auf. Bei weiteren 34 Prozent liegt die Leistung bei 5 bis 10 MW. Rund 23 Prozent setzen bei ihren Projekten auf eine Leistung von 10 bis 100 MW und rund sieben Prozent sogar auf 100 bis 500 MW. Damit liegen diese großen Speicherprojekte in der Leistungsklasse konventioneller Kraftwerksblöcke.
»Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende, insbesondere zur Stabilisierung der Netze, zur Integration erneuerbarer Energien und zur Einsparung von teurem Netzausbau«, sagt Liebing. Rund 35 Prozent der befragten Unternehmen schätzen die Bedeutung von Batteriespeichern für ihr Unternehmen bis 2030 hoch oder sehr hoch ein.
Damit der Ausbau weiter Fahrt aufnimmt, fordert der VKU klare, bundesweit einheitliche Regeln für den Netzanschluss mit fairer Priorisierung nach Netzausbaubedarf mittels Baukostenzuschüssen. Wichtig seien außerdem verlässliche Investitionsbedingungen bei Netzentgelten und Umlagen über 2029 hinaus sowie einfache, digitale Prozesse für Messung, Marktintegration und Redispatch. Zudem sollten Speicher stärker mit erneuerbaren Anlagen vor Ort kombiniert (Co-Location) werden.
Für die Umfrage zur Stromversorgung wurden vom 21. April bis zum 22. Mai 2026 die kaufmännischen und technischen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der 756 Mitgliedsunternehmen mit Stromsparte befragt.
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