Ende Januar 2026 haben die Stromverteilnetzbetreiber zum zweiten Mal ihre Prognosen zur Entwicklung der Anschlussleistung bis zum Jahr 2045 vorgelegt. Diese Prognosen bilden die Grundlage für die Netzausbaupläne mit konkreten Maßnahmen. Erstmals haben sich nun auch alle Verteilnetzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden in diesen Prozess eingebracht. Dies teilt der BDEW mit.
Rechnet man die Prognosen der einzelnen Planungsregionen zusammen, so ergibt sich eine Vervierfachung der aktuell installierten Photovoltaikleistung auf rund 425 Gigawatt (GW) im Jahr 2045. Bei der Windenergie an Land gehen die Verteilnetzbetreiber bis zu diesem Zeitpunkt von einer Verdreifachung des Anlagenbestandes auf etwa 175 GW aus. Großbatteriespeicher sollen allein im Verteilnetz von aktuell rund zwei GW bis 2045 auf rund 68 GW anwachsen. Aktuell sind für (eigenständige) Rechenzentren weniger als zwei GW Leistung im Verteilnetz angeschlossen, 2045 sollen es knapp 37 GW sein. Damit bewegen sich die Prognosen für das Jahr 2045 in einem ähnlichen Bereich wie jene des Szenarios B der Übertragungsnetzbetreiber aus dem jüngsten Szenariorahmen.
»Die Verteilnetzbetreiber stehen angesichts des Ausbaus erneuerbarer Energien, der Elektromobilität sowie Speichern vor einer Herkulesaufgabe«, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. »Die Elektrifizierung von Energie, Wärme und Mobilität hat zu einer massiven Zunahme von Netzanschlussbegehren geführt. Mit den Regionalszenarien wird diesen Anforderungen netzplanerisch entsprochen. Denn klar ist, dass langfristig nur der Netzausbau helfen kann, die Netzanschlusskapazitäten zu verbessern.«
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