Die vatikanische Agri-PV-Anlage auf dem Sendegelände von Radio Vatikan nördlich von Rom kann gebaut werden. Dies teilt »Vatican News«, ein Informationsdienst der Medien des Päpstlichen Dikasteriums für Kommunikation im Vatikan, mit. Ein entsprechendes Abkommen, das am 31. Juli des vergangenen Jahres zwischen dem Heiligen Stuhl und Italien unterzeichnet wurde, ist an diesem Mittwoch in Kraft getreten. Wie die Katholische Presseagentur KAP mitteilt, wird der Vatikan künftig Solarstrom ins italienische Netz einspeisen und kann umgekehrt kostenlos Strom aus diesem Netz beziehen. Übersteigt die auf vatikanischem Terrain erzeugte Strommenge den Eigenbedarf, geht die überzählige Energie in das Eigentum des italienischen Staates über. Wie weit die Arbeiten für die Anlage gediehen sind, wurde in dem entsprechenden Vatikan-Statement allerdings nicht mitgeteilt.
Auf lange Sicht soll die Anlage in Santa Maria di Galeria nicht nur die Sendeinfrastruktur von Radio Vatikan vor Ort mit Strom versorgen, sondern das gesamte Gebiet des Vatikanstaats mit klimafreundlicher Energie beliefern. Papst Franziskus (2013–2025) hatte dies im Juni 2024 verfügt, als er das Vorhaben mit seinem Motu Proprio »Fratello Sole« (Bruder Sonne) ins Leben rief.
Franziskus forderte bereits 2015 in seiner Umwelt- und Sozialenzyklika »Laudato si’« mehr Einsatz für erneuerbare Energien. »Weltweit sind saubere und erneuerbare Energien nur in geringem Maß erschlossen«, schrieb er wörtlich. Papst Franziskus führt laut »Vatican News« in diesem Punkt den Kurs seines Vorgängers weiter. Im Juni besuchte der neue Papst das Gelände.
Über die Größe der Anlage, den Zeitplan und die Investitionskosten werden keine Angaben gemacht. Das 420 Hektar große Grundstück ist etwa neunmal so groß wie die Vatikanstadt und damit ausreichend für eine Anlage mit bis zu 420 Megawatt Solarleistung.
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