Urteil: Balkonspeicher für mehr als 960 Watt Modulleistung dürfen ohne Leitungsüberlastschutz nicht mehr verkauft werden

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Das Landgericht Bochum und das Landgericht Osnabrück haben den Vertrieb von Steckdosenspeichern untersagt, die mehr als 960 Wattpeak ohne den normativ erforderlichen Leitungsüberlastschutz an eine handelsübliche Haushaltssteckdose koppeln. Hierauf weist der Kläger Indielux GmbH hin, ein auf Steckersolargeräte spezialisiertes Unternehmen aus Berlin. Indielux hat eine Sicherheitstechnologie namens »Ready2plugin«entwickelt hat, die einen normgerechten Leitungsüberlastschutz ermöglicht. Diese sorgt dafür, dass die Hausleitung im Normbetrieb nicht heißer als 70 Grad wird

Die Entscheidungen vom 20. und 27. Mai 2026 (Az. I-12 O 29/26 und 18 O 117/26) richten sich gegen Händler, die das Produkt »FoxESS Avocado 22 Pro Speicher für Balkonkraftwerke 2kWh« vertrieben hatten. Die Entscheidungen sind laut Indielux die erste gerichtliche Bestätigung, dass die seit Dezember 2025 geltenden VDE-Sicherheitsnormen für die Steckdoseneinspeisung verbindliches Marktrecht sind. Die Gerichte werteten den Vertrieb solcher Geräte als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht in Verbindung mit dem Produktsicherheitsgesetz, das damit ausdrücklich als Marktverhaltensregel bestätigt wurde.

Hintergrund: Die im Dezember 2025 veröffentlichte DIN VDE V 0126-95:2025-12 erlaubt erstmals die Steckdoseneinspeisung mit Schuko-Stecker, legt dafür aber eine Grenze von 960 Wattpeak fest. Diese Grenze ist Brandschutz. Wer zusätzlich über die Steckdose einspeist, kann die Hausleitung unbemerkt überhitzen, weil die Sicherung diesen eingespeisten Strom nicht erfasst.
„Die 960-Wattpeak-Grenze ist kein bürokratisches Detail, sondern Brandschutz für die Hausinstallation. Oberhalb davon gibt es schlicht keine Sicherheitsuntersuchungen — und trotzdem verkaufen viele Hersteller so, als wären Meldevorschriften bereits Sicherheitsvorschriften. Das sind sie ausdrücklich nicht,“ sagt Marcus Vietzke, Geschäftsführer der Indielux GmbH und Koordinator der Arbeitsgruppe PVplug der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. (DGS).

Oberhalb von 960 Wattpeak sieht die Norm zwei Wege vor: eine geprüfte Installation über die Wieland-Energiesteckvorrichtung nach DIN VDE V 0100-551-1 (zulässig bis 2.000 Wattpeak) oder ein technisches Leitungsschutzsystem wie das von Indielux, das die thermische Belastung der Hausleitung aktiv begrenzt und damit auch höhere Modulleistungen ohne Elektriker erlaubt.

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