Solarmodule könnten schneller an Leistung verlieren als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam der School of Photovoltaic and Renewable Energy Engineering an der University of New South Wales (UNSW) in Australien. Demnach versagten etwa ein Fünftel der in der Studie untersuchten Solarmodule deutlich schneller als erwartet; einige könnten möglicherweise nur die Hälfte ihrer erwarteten Lebensdauer erreichen. Konkret wiesen bis zu 20 Prozent aller untersuchten Module eine um den Faktor 1,5 schlechtere Leistung als der Durchschnitt auf. Somit verschlechterte sich jedes fünfte System mindestens 1,5-mal schneller als erwartet und etwa jedes zwölfte System doppelt so schnell.
Analysiert wurden Informationen aus weltweit knapp 11.000 Proben von Solarmodulen, die vom National Laboratory of the Rockies (ehemals National Renewable Energy Laboratory, NREL) des US-Energieministeriums zusammengestellt wurden.
»Die meisten Solaranlagen sind auf eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren ausgelegt, basierend auf ihrer Garantiezeit«, so Yang Tang, einer der Autoren der Studie. »Für den gesamten Datensatz haben wir beobachtet, dass die Systemleistung in der Regel um etwa 0,9 Prozent pro Jahr abnimmt. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch extreme Degradationsraten bei einigen der Systeme.« Das bedeute, »dass die Nutzungsdauer einiger Systeme eher bei nur elf Jahren liegen könnte. Mit anderen Worten: Sie könnten nach 25 Jahren etwa 45 Prozent ihrer Leistung einbüßen.«
Als Gründe für die Leistungsminderung hat das Forscherteam Qualitätsmängel identifiziert, die in der auf der Website der IEEE veröffentlichten Studie detailliert beschrieben werden. Ein Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen am Installationsort konnte nicht nachgewiesen werden.
Problematisch sei, dass die aktuellen Teststandards die realen Betriebsbedingungen nicht gut abbilden würden, so das Fazit. »Ich denke daher, dass wir über andere Teststandards nachdenken müssen, die dazu beitragen würden, widerstandsfähigere Modultypen zu entwickeln«, so Shukla Poddar von der UNSW abschließend.
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