UBA-Studie: Kernenergie keine Option für schnellen und bezahlbaren Klimaschutz

UBA-Studie
© Rolf / Schulten

Bei der Bekämpfung des Klimawandels wird die Kernenergie nur eine untergeordnete Rolle spielen. Für eine weltweite Transformation der Stromerzeugung mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 sind erneuerbare Energien die zentrale Technologie. Das geht aus einer Studie des Öko-Instituts hervor, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde und die Rolle der Kernenergie in globalen Energieszenarien, in nationalen Ausbauplänen sowie mit Blick auf Kosten, Flexibilität, Klimarisiken und Umweltauswirkungen untersucht. Zentrales Ergebnis: Trotz vergleichsweise niedriger Emissionen im gesamten Lebenszyklus ist die Kernenergie keine geeignete Option, um Treibhausgasemissionen schnell, verlässlich und kosteneffizient zu senken.

Die ausgewerteten globalen Energieszenarien zeigen, dass erneuerbare Energien der entscheidende Faktor für das Erreichen der Klimaziele sind. Ihr Anteil an der Stromerzeugung steigt in den Szenarien bis 2050 auf 70 bis 100 Prozent. Die Rolle der Kernenergie bleibt dagegen begrenzt. Ihr Anteil liegt im Jahr 2050 je nach Szenario zwischen null und neun Prozent. Laut Studie führen selbst ambitionierte nationale Ausbaupläne nicht zu einer globalen Renaissance der Kernenergie.

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Kosten. Demnach weisen neue Kernkraftwerke deutlich höhere Stromgestehungskosten – also die Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom über die gesamte Lebensdauer einer Anlage – als erneuerbare Energien auf.

So liegen die Kosten der Kernenergie in Europa im Jahr 2020 bei 15 bis 19 Cent pro Kilowattstunde und sind damit wesentlich höher als die Durchschnittswerte der Photovoltaik- oder Windenergieerzeugung an Land. Für das Jahr 2030 erwartet die Studie bei neuen Kernkraftwerken sogar weiter steigende Kosten. Für Windenergie an Land und Photovoltaik werden dagegen deutlich niedrigere globale Durchschnittswerte erwartet.

Hinzu kommt, dass Kernenergie für ein zukünftiges Stromsystem mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien nur begrenzt geeignet ist. Wind- und Solarenergie erzeugen Strom abhängig von den Wetterbedingungen und der Tageszeit. Das künftige Energiesystem braucht daher flexible Anlagen, die diese Schwankungen ausgleichen können. Aufgrund ihrer Größe, technischen Eigenschaften und wirtschaftlichen Anforderungen sind konventionelle Kernkraftwerke auf eine hohe Auslastung angewiesen. Ein flexibler Betrieb würde ihre ohnehin hohen Stromerzeugungskosten weiter erhöhen.
»Unser Fazit: Neue Kernkraftwerke sind zu teuer und stünden zu spät bereit, um einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der bestehenden Klimaziele zu leisten«, so Christoph Pistner, Bereichsleiter, Nukleartechnik & Anlagensicherheit. »Erneuerbare Energien bleiben damit die zentrale Säule eines klimaneutralen Stromsystems.«

© PHOTON

Studie
Pressemitteilung

Newsletter

Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
plus_circle [#C5272C]Created with Sketch.

Abonnement

Finden Sie hier alle Informationen.

Feldtests erfolgreich: Tesvolt Gewerbespeicher erzielen hohe Erlöse im Energiehandel

Der neue Gewerbespeicher Tesvolt Forton hat sich im Feld bewährt. Das melden der Batteriespeicheranbieter Tesvolt und das Tochterunternehmen Tesvolt Energy.

Der vielleicht leiseste Wechselrichter seiner Klasse – GoodWe’s neuer 50 kW String-Wechselrichter für Gewerbe und Industrie

GoodWe haben ihren neuen String-Wechselrichter mit 50 kW für Gewerbe und Industrie (C&I) auf den Markt gebracht.

Der PHOTON Newsletter liefert Ihnen aktuelle Nachrichten, technische Innovationen, Markttrends und die wichtigsten Highlights von der Intersolar – kompakt, fundiert und direkt in Ihr Postfach.