Studie: Zunahme von Wüstenstaub in Europa beeinträchtigt Solarerträge

Wüstenstaub
© Paul Scherrer Institut PSI

Feinstaub aus den Wüsten Nordafrikas gelangt in immer größeren Mengen nach Europa – mit Auswirkungen auf die Gesundheit und die Solarenergie. Dies zeigt eine Studie, die unter der Leitung des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) durchgeführt wurde.

Demnach liegt die durchschnittliche Konzentration von Wüstenstaub in Südeuropa bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und ist damit mehr als doppelt so hoch wie in Mittel- und Nordeuropa, wo im Durchschnitt 2,1 Mikrogramm gemessen wurden. Insgesamt habe die Staubmenge in den vergangenen zehn Jahren um rund ein halbes Mikrogramm pro Kubikmeter zugenommen. »Das entspricht einer Zunahme von zehn bis fünfundzwanzig Prozent dieser Staubbelastung«, sagt Kaspar Dällenbach, Projektleiter am Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften des PSI. »Sowohl für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit großer Solaranlagen als auch hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen erhöhter Feinstaubbelastung ist das nicht zu vernachlässigen.« Betroffen seien vor allem Südeuropa – von Griechenland im Osten über Italien bis Spanien und Portugal – sowie Westfrankreich.

Das Forscherteam befürchtet, dass die Wüstenstaubkonzentration weiter steigt und somit die Bemühungen zur Eindämmung der menschengemachten Feinstaubemissionen teilweise zunichte macht. Als Ursache identifiziert die Studie die zunehmende Austrocknung der Sahara in Nordafrika. Hinzu komme eine veränderte atmosphärische Zirkulation, die vermehrt starke Winde aus dieser Region nach Europa bringe. Umfassender Klimaschutz zur Begrenzung der Erderwärmung könnte die Austrocknung von Wüstengebieten und damit die Ausdehnung dieser Staubquellen langfristig zwar eindämmen. Vorerst jedoch müsse Europa mit der Zunahme des Wüstenstaubs leben.

Die Autoren der Studie schlagen deshalb vor, Warnsysteme für hohe Konzentrationen einzurichten, damit insbesondere sensible oder lungenkranke Menschen an Staubtagen Vorsichtsmaßnahmen treffen können. Auch die Energiewirtschaft würde davon profitieren. Wenn Versorger Ertragsminderungen durch Wüstenstaub kommen sähen, könnten sie sich rechtzeitig darauf einstellen.

© PHOTON

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