Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche erhält für ihr Energiewendemonitoring erneut externen Input von Energieexperten: Diesmal kommen die Beiträge von der Berliner Denkfabrik Epico Klimainnovation und dem Beratungsunternehmen Aurora Energy Research. In ihrem heute veröffentlichten Gutachten »Zukunftssichere Maßnahmen für die Energiewende: 5 Leitlinien zum Energiewendemonitoring« stellen die Autoren klar: »Auch wenn die Stromnachfrage in den kommenden Jahren langsamer wächst als ursprünglich angenommen, bleibt das Vorantreiben der Energiewende in den kommenden Jahren notwendig.«
Viele Elemente der Energiewende, wie der kurzfristige Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung von Flexibilität und die Bereitstellung steuerbarer Leistung, könnten dabei als »No-Regret«-Maßnahmen angesehen werden. Sie sollten auf jeden Fall auch unabhängig vom langfristigen Nachfragevolumen umgesetzt werden. Selbst bei potenziell niedrigeren langfristigen Kapazitäten für Solarenergie bleibe ein schneller Ausbau in der mittleren Frist notwendig. Betrachtet man die Großhandelspreise und die Emissionen, so führe ein ambitionierter Solarausbau bei sinkender Nachfrage zu Einsparungen. »Weniger Erneuerbare senken zwar kurzfristig Systemkosten, führen aber zu höheren Strompreisen und gefährden die Dekarbonisierung« warnen die Autoren.
Um das Effizienzziel des Monitorings zu erreichen, schlagen die Autoren unter anderem vor, den Fokus stärker auf Freiflächen-Photovoltaikanlagen als auf Aufdachanlagen zu legen. Hierbei seien bis 2030 geringere Kapitalkosten von 20 Prozent und niedrigere Netzausbaukosten im Vergleich zu Dachanlagen zu erwarten. Ein Ausbau der Nachfrageflexibilität und von Stromspeichern sei darüber hinaus eine zentrale Maßnahme, die nicht nur zu einem besseren Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage beitrage, sondern auch deutliche Effizienz- und Einsparpotenziale erschließe.
Gaskraftwerke seien dagegen nicht im vom BMWE geplanten Umfang nötig. Bereits rund zehn Gigawatt steuerbare Gasleistung könnten in den für die Studie herangezogenen Szenarien die erwartete Versorgungslücke im Jahr 2035 vollständig schließen.
© PHOTON


