Klimaschwankungen und langfristige Klimaveränderungen beeinträchtigen die Leistung und Zuverlässigkeit von Systemen für erneuerbare Energien weltweit zunehmend. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht »WMO–IRENA 2024 Year in Review: Climate-driven Global Renewable Energy Resources and Energy Demand«, der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlicht wurde.
Der nun in dritter Auflage erscheinende Bericht kommt zu dem Schluss, dass das Jahr 2024 mit globalen Temperaturen von rund 1,55 °C über dem vorindustriellen Niveau das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war. Neben einem Anstieg des klimabedingten globalen Energiebedarfs um vier Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1991–2020 hat es auch zu deutlichen regionalen Verschiebungen beim Potenzial für Solar-, Wind- und Wasserkraft geführt.
»Klimaschwankungen sind für den Energiesektor nicht mehr nur ein Hintergrundfaktor, sondern ein entscheidender Betriebsfaktor«, sagte Celeste Saulo, Generalsekretärin der WMO. »Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energiesysteme werden deren Leistung und Zuverlässigkeit zunehmend von Hitzeextremen, Niederschlagsschwankungen und sich verändernden atmosphärischen Mustern beeinflusst. Die Integration von Klimainformationen und Frühwarnungen in die Energieplanung ist unerlässlich, um saubere und widerstandsfähige Energiesysteme aufzubauen.«
Eine Analyse anhand von vier zentralen Energieindikatoren – Wind- und Solarkapazitätsfaktoren, einem auf Niederschlägen basierenden Proxy für Wasserkraft und einem aus der Temperatur abgeleiteten Proxy für den Energiebedarf – zeigt, dass die nachwirkenden El-Niño-Bedingungen, die Rekordwärme der Ozeane und die langfristige Erwärmung im Jahr 2024 zu starken regionalen Kontrasten bei den Energieergebnissen geführt haben.
Zum ersten Mal bewertet der Bericht die Genauigkeit saisonaler Klimaprognosen für Energieindikatoren. Die Ergebnisse zeigen, dass Prognosen – insbesondere aus dem ECMWF-System – regionale Anomalien beim Solarenergiepotenzial und beim Strombedarf Monate im Voraus erfolgreich vorhersagen können. So haben beispielsweise die zu Beginn des Sommers 2024 veröffentlichten Prognosen den ungewöhnlich hohen Energiebedarf und die unterdurchschnittliche Solarleistung in weiten Teilen Afrikas korrekt vorhergesagt.
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