Laut Aurora Energy Research wird sich die Leistung der erneuerbaren Energien in Europa bis 2050 verdreifachen. In dem am Donnerstag veröffentlichten »European Renewables Market Overview Report (RESMOR) 2026« des Beratungsunternehmens werden hierfür kumulierte Investitionen in Höhe von rund 1,5 Billionen Euro genannt. Das Wachstum der erneuerbaren Energien schaffe die Voraussetzungen für einen der größten langfristigen Infrastrukturinvestitionszyklen Europas, so Aurora.
Allein bis 2030 werden demnach Investitionen in Höhe von fast 600 Milliarden Euro erforderlich sein, wie der Bericht hervorhebt. Danach dürften die Ausgaben noch weiter steigen. »Europa steht vor einem Boom der erneuerbaren Energien, wobei sich die Solar- und Windkapazitäten bis 2050 mehr als verdreifachen werden«, so Rebecca McManus, leitende Expertin für erneuerbare Energien in Europa bei Aurora Energy Research. »Diese Investitionswelle wird jedoch nur dann ihr Versprechen einlösen, wenn politische Entscheidungsträger und Branchenführer die Engpässe im Netz und in der Entwicklung angehen.«
Der Bericht weist zudem auf den raschen Anstieg negativer Strompreise als wachsendes Risiko hin. So stieg die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen 2025 sprunghaft an und übertraf in den meisten europäischen Märkten das Niveau von 2024: Spanien, die Niederlande und Deutschland verzeichneten über 500 Stunden, dicht gefolgt von Belgien, Frankreich und Polen mit über 450 Stunden. Aurora geht davon aus, dass sich der negative Preisdruck nach 2035 aufgrund einer steigenden Stromnachfrage und einer verbesserten Systemflexibilität abschwächen wird.
Laut Aurora bleiben auch Projektentwicklungsrisiken ein wesentliches Hindernis. Obwohl EU-Vorschriften eine Entscheidung innerhalb von zwei Jahren vorschreiben, werden in einigen Märkten Genehmigungsfristen von bis zu zehn Jahren beobachtet. Europaweit warten derzeit nach Angaben von Aurora Erneuerbare-Energien-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von mehr als 1.000 GW auf die Genehmigung zum Netzanschluss.
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