Studie: Ausbau der erneuerbaren Energien kann bis 2035 rund 270.000 Arbeitsplätze schaffen

erneuerbare Energien
© GWS Research Report 2026/2 / BertelsmannStiftung

Der Ausbau erneuerbarer Energien könnte die Bruttobeschäftigung in der Branche vom derzeitigen Höchststand von 436.300 bis 2035 auf 706.100 Beschäftigte in Deutschland steigern. Das wären rund 270.000 Beschäftigte beziehungsweise 62 Prozent mehr als 2025. Das zeigt eine Szenarioanalyse der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Besonders stark würde der Bedarf bei der Herstellung und Installation von Wärmepumpen wachsen. Hier erhöht sich die Beschäftigung von 72.200 auf 232.800 Personen und damit auf mehr als das Dreifache. Die Beschäftigungschancen reichen dabei weit über die Anlagenhersteller hinaus: Auch Zulieferer, Planungsbüros und Handwerksbetriebe würden vom Ausbau profitieren.
Um die gesetzlichen Ausbauziele zu erreichen, müssten die jährlichen größtenteils privaten Investitionen von 37,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 79 Milliarden Euro im Jahr 2035 steigen. Die aktuellen Gesetzesvorhaben bei Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen würden diese Entwicklung allerdings ausbremsen. Unter den Annahmen zu den neuen gesetzlichen Bedingungen wären nur 52,1 Milliarden Euro zu erwarten und damit rund ein Drittel weniger. Besonders groß wäre die Investitionslücke bei Wärmepumpen und Windenergie an Land und auf See. Die geringeren Investitionen schlagen auch auf die Beschäftigung durch. Sie wird in diesem Szenario bis 2035 zwar auf 519.500 Personen steigen, bleibt damit aber um 186.600 Beschäftigte unter dem angestrebten Ausbau. Ein erheblicher Teil des möglichen Beschäftigungswachstums bliebe damit ungenutzt.

»Wer industrielle Wertschöpfung in Deutschland sichern will, muss den Unternehmen eine verlässliche Perspektive auf dem heimischen Markt bieten. Eine stabile Nachfrage sollte durch Ausschreibungen, die europäische Fertigung und widerstandsfähige Lieferketten stärken, ergänzt werden«, sagt Jana Fingerhut, Arbeitsmarktexpertin bei der Bertelsmann Stiftung. Die neuen gesetzlichen Regelungen sollten Investitionen erleichtern und Unternehmen Planungssicherheit geben. Dafür brauche es klare Übergangsfristen, kalkulierbare Netzanschluss- und verlässliche Förderbedingungen.

© PHOTON

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