Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online hat einen »Stromspiegel Photovoltaik« veröffentlicht, der eine Einordnung des tatsächlichen Stromverbrauchs von PV-Haushalten ermöglichen soll. Der klassische Stromspiegel bewertet den Stromverbrauch anhand der Stromrechnung. Für Haushalte mit Photovoltaikanlage, bei denen sich der Stromverbrauch aus Netzstrom und selbst erzeugtem Solarstrom abzüglich der Einspeisung zusammensetze, greife dieses Prinzip jedoch zu kurz, so Co2online. Hinzu kommen neue Großverbraucher wie Wärmepumpen oder Elektroautos, die den Strombedarf deutlich erhöhen. Ein Vergleich mit Haushalten ohne diese Technik sei daher nicht sinnvoll.
Die neuen Vergleichswerte wurden im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts entwickelt. Analysiert wurden reale Stromverbrauchsdaten von Prosumer-Haushalten, also Haushalten, die Strom selbst erzeugen und verbrauchen. Berücksichtigt werden dabei auch unterschiedliche Ausstattungen mit Wärmepumpen und E-Auto. Um den eigenen Stromverbrauch einzuordnen, wird der Strom aus der Stromrechnung mit dem selbst erzeugten Solarstrom zusammengerechnet und die eingespeiste Strommenge abgezogen. Der so ermittelte Jahresverbrauch kann anschließend mit Haushalten ähnlicher Größe und Ausstattung verglichen werden.
Die Auswertung zeigt: Eigener Solarstrom verändert das Verbrauchsverhalten. Die ständige Verfügbarkeit von selbst erzeugtem Strom kann dazu führen, dass Haushalte insgesamt mehr Strom verbrauchen – ein Phänomen, das Fachleute als Rebound-Effekt bezeichnen.
Der Stromspiegel Photovoltaik richtet sich an Hauseigentümer, die ihren Stromverbrauch besser verstehen und optimieren möchten. Wer weiß, ob der eigene Verbrauch gering, mittel oder hoch ist, kann gezielt nach Stromfressern suchen oder den Eigenverbrauch effizienter gestalten.
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