Nachdem die Strompreise an der Börse bereits am letzten Aprilwochenende deutlich ins Negative gefallen waren, lag der Preis im regulierten Day-Ahead-Handel am Freitag, den 1. Mai, zwischen 13:15 und 14:15 Uhr bei minus 499,99 Euro je Megawattstunde – er sank also bis auf den maximal möglichen Mindestpreis. Die Preisentwicklung ist auf der Website Energycharts.de des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme nachvollziehbar. Aufgrund des Feiertags war die Nachfrage nach Strom aus der Industrie vergleichsweise gering, während gleichzeitig besonders viel Strom aus Windkraft- und Solaranlagen produziert wurde.
Das Berliner Systemhaus 1Komma5° nutzte den erneuten Tiefstpreis, um auf die Vorteile dynamischer Stromtarife hinzuweisen, mit denen Verbraucher von negativen Strompreisen profitieren können. Auch 1Komma5° hat solche Tarife im Angebot. Für Endkunden lagen die Tarife am 1. Mai zur Mittagszeit inklusive Steuern und Abgaben bei etwa minus 37 Cent/kWh, so 1Komma5°. In Gebieten mit niedrigen Netzentgelten seien sogar weniger als minus 41 Cent pro Kilowattstunde möglich gewesen.
»Ohne Stromverbrauch nutzen einem die negativen Preise aber nichts. Geld verdienen nur Stromkunden, die möglichst viel Strom in dieser Zeit verbrauchen. Möglich macht das eine intelligente Steuerung, die dafür sorgt, dass genau zum Zeitpunkt der negativen Preise automatisch energieintensive Geräte laufen und Batteriespeicher oder E-Autos aufgeladen werden. Ohne eine Steuerung ist es fast unmöglich, niedrige oder negative Preise genau zu treffen oder Preisspitzen zu umgehen«, so 1Komma5°. »Damit man nicht selbst die Börsenpreise im Blick haben muss, setzt man am besten eine intelligente Steuerung ein«, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5°. »Sie entscheidet ganz automatisch und ohne eigenes Zutun, wann das E-Auto oder der Speicher geladen werden sollten, um den günstigsten Preis und damit den saubersten Strom zu bekommen.« Ein flächendeckender Roll-out zeitvariabler Netzentgelte könne für Kunden außerdem noch weitere Sparpotenziale erschließen.
»In letzter Zeit hört und liest man häufig, die Erneuerbaren seien schuld an steigenden Strompreisen, doch das Gegenteil ist der Fall«, ergänzt Schall. »Zum einen zeigen die negativen Börsenstrompreise, wie stark die erneuerbaren Energien den Strompreis in Deutschland senken. Zum anderen sind so hohe negative Preise auch ein Symptom von zu wenig Flexibilität im Stromnetz und zu wenig Speicherkapazitäten. Großbatterien und Heimspeicher zusammen mit intelligenter Steuerung könnten den Strompreis stabilisieren und letztendlich für alle senken.«
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