Das Braunschweiger Start-up Better Sol hat für die Entwicklung eines Verfahrens zur Weiterverwendung gebrauchter Solarmodule eine Förderung in Höhe von 125.000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erhalten. Dies teilt die DBU mit. Das Team um Mitgründerin Luisa Schulze hat ein System entwickelt, um das Nutzungspotenzial ausgemusterter Solarmodule zu ermitteln. Das Ziel besteht darin, geeignete Solarmodule mit garantierter Leistung und Leistungsprognose wieder in den Markt zurückzubringen.
Die Qualität der gebrauchten Module wird mithilfe eines in Teilen automatisierten Testsystems inklusive einer selbst entwickelten KI-basierten Software ermittelt. Am Anfang steht eine optische Prüfung. Dabei werden sowohl grobe Beschädigungen als auch jede Solarzelle einzeln untersucht. Im Anschluss folgt eine Leistungsüberprüfung. Auch die elektrische Sicherheit wird eingehend geprüft. Jedes funktionstüchtige Modul erhält ein Label mit den Testdaten und einer zugewiesenen Leistungsklasse. Erst dann wird der Rest endgültig zum Recycling aussortiert.
Laut Schulze stammt der Großteil der ausgemusterten Solarmodule vor allem von Solarparks: »Die Betreiber tauschen häufig größere Mengen an Solarmodulen recht früh in ihrem Lebenszyklus durch neuere, leistungsstärkere Modelle aus.« Im Schnitt sei jedes zweite gebrauchte Solarmodul noch für eine erneute Nutzung geeignet.
Der Vertrieb erfolgt über die Internetseite von Better Sol. Der nächste Schritt in der Entwicklung ist eine mobile Version der Testanlage, um die Solarmodule direkt vor Ort zu testen. Durch eine zusätzliche Automatisierung des Testsystems sollen künftig auch größere Ausmusterungen von Solarparks bewältigt werden können.
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