Die Sonntag Energy GmbH aus Lindau übernimmt aus der Insolvenzmasse der GridParity AG Vermögenswerte des Agri-PV-Geschäftsbereichs, darunter die Marke, die Domains und den Webauftritt. Über die Höhe des Kaufpreises macht Sonntag Energy in seiner Mitteilung keine Angaben. Anfang August hatte der Insolvenzverwalter der GridParity AG darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb der GridParity in seiner ursprünglichen Form nicht fortgeführt wird und Leistungen der GridParity nicht mehr erbracht werden können.
Sonntag Energy will nach eigenen Angaben die bestehenden Agri-PV-Projekte fortführen und zugleich durch die Verbindung von Agri-PV, Batteriespeichern und Energiehandel eigene Schwerpunkte setzen. Damit sollen auch den wirtschaftlich unter Druck geratenen Projekten neue Perspektiven eröffnet werden. »Wir haben uns nicht in die EEG-Hängematte gelegt, sondern nach Lösungen gesucht«, sagt Mark Kugel, Mitgründer des 2024 gegründeten Unternehmens. »Dafür haben wir unsere Expertise in Photovoltaik, Batteriespeichern und Energiehandel zusammengebracht. So können wir Strom gezielter vermarkten, Netzinfrastruktur besser nutzen und die Wirtschaftlichkeit von Agri-PV-Projekten deutlich verbessern – mit oder ohne Unterstützung aus der Politik.« Sonntag Energy lädt bestehende Projektpartner ebenso wie Interessierte dazu ein, Kontakt aufzunehmen. Gemeinsam solle geprüft werden, ob sich die jeweiligen Vorhaben weiterentwickeln lassen.
Die 2012 gegründete GridParity AG zählt zu den Pionieren im Bereich doppelt verglaster Photovoltaikmodule. Der Schwerpunkt des Unternehmens lag auf Solar-Carports, Terrassenüberdachungen und Parkplatzsysteme sowie Agri-PV. »Allerdings hat sich das Umfeld für solche Anlagen nach dem Regierungswechsel immens verschlechtert«, teilte GridParity in einer Stellungnahme zur Insolvenzeröffnung mit. Die fehlende Zustimmung der EU zu dem vom Bundestag beschlossenen Solarbonus von 2,5 Cent je Kilowattstunde für Agri-PV-Projekte, immer neue Restriktionen und insbesondere die Infragestellung der Einspeisevergütung durch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hätten dazu geführt, dass Banken ihre Finanzierungen zurückzogen und bereits sicher geglaubte Aufträge nicht erteilt wurden.
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