Die Berliner Solyco Solar AG wurde mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Aus über 100 Bewerbungen wählte die Jury fünf zukunftsweisende Innovationen aus und erwähnte fünf weitere Unternehmen lobend. Insgesamt erhalten die Preisträger ein Preisgeld von 75.000 Euro.
Ausgezeichnet wurde die von Solyco entwickelte Verbindungstechnologie »Tecc-Connect«, die eine industrielle Produktion von Solarmodulen ohne die Verwendung von Silber, Blei und Bismut ermöglicht. »Durch TECC erreichen wir eine Materialunabhängigkeit von Silber und ermöglichen eine vollständige RoHS-Konformität«, sagt Lars Podlowski, Geschäftsführer und CTO von Solyco, der sich derzeit in Asien befindet, um die Technologie zu vermarkten und in die Serienfertigung zu überführen. Größere verfügbare Stückzahlen der TECC-Connect-Module könnten somit ab 2026 auf den Markt kommen, so Podlowski gegenüber PHOTON. Durch den Verzicht auf Silber können die Materialkosten in der Modulproduktion laut Solyco um bis zu zehn Prozent gesenkt werden.
TECC steht für »Thermoplastic and Electrically Conductive Coating« und ist ein von Solyco in der EU, den USA und China patentiertes Verfahren. Dabei werden anstelle von Lötverbindungen spezielle Kunststoffbeschichtungen eingesetzt. Das Verfahren ähnelt der Multibusbar-Technologie, bei der die Drähte statt mit einer Lötlegierung mit einem elektrisch leitfähigen Thermoplast beschichtet werden. Diese Innovation ersetzt nicht nur umweltschädliche Materialien, sondern ermöglicht auch niedrigere Prozesstemperaturen. »TECC-Connect eignet sich ideal für besonders hocheffiziente Zellgenerationen wie Heterojunction- und Perowskit-Tandemsolarzellen«, heißt es in einer Mitteilung von Solyco. Alle gängigen Qualitäts- und Haltbarkeitstests seien bestanden worden.
Der Innovationspreis ist Teil der Umsetzung der Gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB 2025). Mit dem Preis sollen innovative Entwicklungen aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Medien und Kreativwirtschaft, Optik und Photonik sowie Verkehr, Mobilität und Logistik sichtbar gemacht und die Innovationskraft der Hauptstadtregion hervorgehoben werden.
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