Die Solarmarkt GmbH, eine Tochtergesellschaft der BayWa r.e. renewable energy GmbH, hat ihr Firmengebäude im schweizerischen Aarau saniert. Das Gebäude aus den Jahren 1984/90 wies zwar eine solide Bausubstanz auf, entsprach jedoch weder energetisch noch funktional den heutigen Anforderungen, wie der PV-Großhändler mitteilt. Ein zentrales Element sind die Photovoltaikanlagen, die sich über das Dach und die Fassade sowie – und das ist außergewöhnlich – die Bodenflächen im Eingangsbereich erstrecken.
Die solaren Gehwegplatten stammen vom ungarischen Hersteller Platio. Das Green-Tech-Start-up hat 2016 erste Prototypen seines Solarpflasters vorgestellt und 2019 mit der Serienproduktion begonnen. Seitdem hat Platio nach eigenen Angaben rund 2.600 Quadratmeter mit einer Leistung von 445 Kilowatt verbaut, was etwas unter 100 Kilowatt pro Jahr entspricht. Die von Solarmarkt verbauten Platten haben laut Datenblatt eine Leistung von 22 Watt pro Stück bei einem Wirkungsgrad von 17 Prozent. Pro Quadratmeter Solarpflaster ergibt sich somit eine Leistung von 171 Watt. Die strukturierten Glasoberflächen sorgen für einen sicheren Tritt, die Rahmen bestehen aus recyceltem Kunststoff. Laut Platio werden für einen Quadratmeter 400 recycelte PET-Flaschen benötigt. Ersetzt der Solar-Plastik-Gehweg Beton, können pro Quadratmeter 25 kg Treibhausgasemissionen eingespart werden, so Platio.
Die Anlagen produzieren zusammen jährlich rund 80.000 bis 90.000 kWh Strom und decken damit einen großen Teil des Eigenbedarfs. Ergänzt wird das Energiekonzept durch intelligente Systeme, beispielsweise zur Warmwasserbereitung oder für das Lastmanagement der Ladeinfrastruktur. Im Zuge der Sanierung wurde zudem die gesamte Gebäudetechnik erneuert. Das Gebäude ist heute an ein Fernwärme- und Fernkältenetz angeschlossen und in einen Energieverbund integriert. Laut Solarmarkt führt dies zu jährlichen Einsparungen von 15.000 Litern Heizöl.
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