In den ersten zweieinhalb Wochen des Irankriegs haben die Photovoltaikanlagen in der EU 19,9 TWh Strom produziert. Wäre diese Strommenge mit Gaskraftwerken erzeugt worden, hätte das 1,9 Milliarden Euro gekostet, wie der Branchenverband SolarPower Europe berechnet hat. Am 16. März erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass die EU seit Kriegsbeginn bereits sechs Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben habe. »Gäbe es in der EU keine Solarstromerzeugung, hätten wir 7,9 Milliarden Euro bezahlen müssen, was 32 Prozent mehr sind«, so der Verband. Die Berechnungen hat SolarPower Europe in dem Bericht »Solar & Storage for EU Energy Security« veröffentlicht.
Demnach werden die Solaranlagen in der EU im Jahr 2026 voraussichtlich rund 415 TWh Strom erzeugen. Würde dieser Strom stattdessen mit Gas erzeugt werden, lägen die Importkosten bei den aktuellen Gaspreisprognosen von Mitte März 2026 bei 34,6 Milliarden Euro. Bei einer Verlängerung des Konflikts und schwerwiegenderen Störungen der Lieferketten, die zu einem weiteren Anstieg der Gaspreise führen würden, würden sich die Gesamtkosten für Gasimporte auf 67,5 Milliarden Euro erhöhen.
»Angesichts erneuter geopolitischer Spannungen und der Volatilität auf den globalen Märkten für fossile Brennstoffe ist die Energiesicherheit der EU weiterhin externen Versorgungsunterbrechungen und Preisspitzen ausgesetzt. Der beschleunigte Ausbau der heimischen Stromerzeugung, die nicht von importierten Brennstoffen abhängig ist, ist daher eine strategische Notwendigkeit«, teilt der Verband mit.
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