Der kalifornische Hersteller von Perowskit-Solarzellen, Swift Solar Inc., gab gestern bekannt, dass er die Produktionsanlagen der insolventen Meyer Burger Technology AG übernommen hat. Hierzu gehört zum einen die Solarzellen-Produktionsstraße der »Meyer Burger (Industries) GmbH« in Bitterfeld-Wolfen. Weiterhin hat Swift Solar eine neuartige Solarzellen-Fertigungsanlage erworben, die bei der Meyer Burger (Germany) GmbH in Hohenstein-Ernstthal entwickelt wurde. Hinzu kommt ein umfangreiches globales IP-Portfolio. Über die Kaufpreise und Details der Verträge wurde Stillschweigen vereinbart, wie der Insolvenzverwalter mitteilt.
»Wir kombinieren deutsches Know-how in der Siliziumherstellung mit amerikanischer Führungskompetenz in der Perowskit-Technologie, um ein Unternehmen aufzubauen, das nicht nur eine Generation von Solartechnologie liefern kann, sondern viele weitere«, schreibt Joel Jean, Mitgründer von Swift Solar, in seinem Blog. Die Pläne sind ambitioniert: »Schritt 1: Bau einer GW-großen HJT-Zellen- und Modulfabrik in den USA, um Kunden zu bedienen, die bereits heute amerikanische Zellen kaufen möchten. Schritt 2: Erweiterung derselben Fabrik um Perowskit-Tandems. Schritt 3: Dominanz im Solarbereich.«
Neben Patenten und Produktionsanlagen übernimmt Swift Solar auch ehemalige Mitarbeiter von Meyer Burger. Hierzu gehöre ein »Team aus erfahrenen Fertigungsspezialisten, Anlageningenieuren und Siliziumexperten« unter der Leitung von Gunter Erfurt und Marcel König. Erfurt baute und leitete als CEO und CTO die Gigawatt-Fabriken von Meyer Burger. König leitete die globale Forschung und Entwicklung.
Swift Solar wurde 2017 gegründet und konnte im Juni 2024 in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 27 Millionen US-Dollar für seine Perowskit-Technologie einwerben. Durch die Übernahme erhält Swift Solar nun Zugang zur
Heterojunction-Silizium-Technologie von Meyer Burger, die laut Swift Solar eine ideale Basis für die Perowskit-Schichten von Swift darstellt.
Meyer Burger hatte im Juni 2025 Insolvenz angemeldet.
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