Die Energiestrategie 2024 der Schweiz sieht einen Ausbau der Photovoltaikleistung von derzeit rund zehn Gigawatt auf 40 Gigawatt bis 2050 vor. Zum Vergleich: Die Nachfragespitzen liegen derzeit im Sommer bei sieben bis acht Gigawatt. »Mit den heutigen Rahmenbedingungen ist das nicht machbar«, erklärt der Schweizer Netzbetreiber Swissgrid. Wie eine Netzintegration dennoch gelingen kann, hat Swissgrid diese Woche in einem »White Paper« veröffentlicht. Das Autorenteam setzt sich laut Swissgrid aus Fachleuten der Schweizer Energiebranche zusammen, die über umfassende Erfahrung in der Integration von PV-Anlagen aus verschiedenen Blickwinkeln verfügen.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört eine deutlich reduzierte Netzanschlussleistung für Photovoltaikanlagen. »Ein Stromnetz, das auf 100 Prozent der installierten PV-Leistung ausgelegt ist, wäre massiv überdimensioniert – und viel zu teuer. Selbst bei einer Halbierung der Netzanschlussleistung könnten übers Jahr nur rund 15 Prozent der Solarproduktion nicht ins Netz eingespeist werden«, rechnet Swissgrid vor. Dadurch werde der PV-bedingte notwendige Verteilnetzausbau massiv reduziert. Zudem werde so sichergestellt, dass keine PV-Produktionsspitzen ins Netz eingespeist werden, wenn es keine Abnehmer auf dem Strommarkt gibt.
Als weitere Maßnahmen werden veränderte Vorgaben für PV-Anlagen, mehr Marktsignale und durchgängige Prozesse beschrieben. »Nur durch koordiniertes Handeln entlang des gesamten Prozesses – von den Anforderungen an die Anlagen über Betrieb und Vermarktung bis hin zum Datenaustausch – kann es gelingen, die politisch angestrebten PV-Leistungen erfolgreich und sicher ins Gesamtsystem zu integrieren«, so Swissgrid.
Das White Paper »Systemverträgliche Integration Photovoltaik« soll laut Swissgrid ein Anstoß und eine Diskussionsgrundlage für alle betroffenen Akteure zum Thema Ausbau und Integration von PV in der Schweiz sein. Es ist auf der Website des Netzbetreibers verfügbar.
© PHOTON


