In einer Studie zeigt Salzburg Research (SRFG), eine außeruniversitäre Forschungsgesellschaft des Landes Salzburg, warum der Begriff »100 Prozent Autarkie« oft missverstanden wird. In der Analyse wird zwischen »bilanzieller Autarkie«und »lastgerechter Autarkie« unterschieden. Während erstere auf eine ausgeglichene Jahresbilanz abziele, beschreibe letztere die Fähigkeit, den Energiebedarf jederzeit aus eigener Erzeugung zu decken. »Die detaillierte Betrachtung zeigt eine signifikante Winterlücke, die durch das Auseinanderklaffen von PV-Erzeugung und saisonalem Wärmebedarf entsteht«, sagt Stefan Linecker, Forscher bei Salzburg Research und Erstautor der Studie.
Im Forschungsprojekt »Autarkity« modellierte Salzburg Research gemeinsam mit Partnern praxisnahe Szenarien für Energiegemeinschaften. Untersucht wurde unter anderem eine Gemeinde mit 230 Zählpunkten. Eine rein elektrische Betrachtung ergab im Referenzszenario eine Autarkie von 26 Prozent, während der Gesamt-Autarkiegrad inklusive Wärme und Mobilität nur bei 4,2 Prozent lag.
Um einen höheren Autarkiegrad zu erreichen, schlägt Salzburg Research die Installation von Batteriespeichern sowie eine Erhöhung der Photovoltaikleistung zur Steigerung des Eigenverbrauchs vor. Eine kontinuierliche Erzeugung, etwa durch Wasserkraft, könne die Versorgung stabilisieren. Auch eine sektorübergreifende Betrachtung sei entscheidend. Wenn Strom für Wärme und Mobilität genutzt werde, könne die Strom-Autarkiequote sinken, während die Gesamtbilanz durch den Ersatz fossiler Energien steige.
»Sinkende Quoten bei der Strom-Autarkie sind bei gleichzeitiger Sektorkopplung kein Versagen, sondern können ein Zeichen dafür sein, dass fossile Primärenergie erfolgreich substituiert wird«, so Linecker.
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