Anlässlich der bevorstehenden Veröffentlichung des Energiewende-Monitorings der Bundesregierung hat das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung eine Stellungnahme zur Energiepolitik veröffentlicht. Unter der Überschrift »Energiepolitik braucht Realismus – nicht Wunschdenken« kritisieren RWI-Präsident Christoph M. Schmidt und der Energieökonom Manuel Frondel die aus ihrer Sicht zu hohen Ausbauziele für Wind- und Solarkraftwerke. Der Stromverbrauch sei in den letzten zehn Jahren um zehn Prozent gefallen. Die im EEG 2023 für das Jahr 2023 festgeschriebenen Ausbauziele von 115 Gigawatt für Windkraft an Land und 215 Gigawatt für Photovoltaik seien deshalb zu hoch. Zudem drohten die immer häufiger auftretenden negativen Preise an der Strombörse, die Akzeptanz der Energiewende zu untergraben und die Gesellschaft zu spalten, da der eingespeiste Ökostrom dennoch vergütet werden müsse.
Das eigentliche Ziel von 80 Prozent grünem Strom bis 2030 werde durch einen geringeren Zubau an Solar- und Windkraftanlagen jedoch nicht infrage gestellt. Es bleibe erreichbar, da der tatsächliche Stromverbrauch ohnehin niedriger liege als in früheren Prognosen angenommen, so die Autoren.
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