Eine Auswertung der vorläufigen Meldungen im Marktstammdatenregister durch den Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) zeigt, dass im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen rund 173.000 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 2.000 MW neu in Betrieb gegangen sind. »Die Solarenergie hat sich zwar landesweit etabliert, der zuletzt zu beobachtende technische und wirtschaftliche Solar-Aufschwung ist allerdings vorerst gestoppt«, so die Bewertung von Hans-Josef Vogel, dem Vorsitzenden des LEE NRW, zu den jüngsten Zahlen. Gegenüber dem Rekordjahr 2025 mit knapp 2.350 MW Leistung habe es ein Minus von immerhin 15 Prozent gegeben. Vogel führt den Rückgang auf die strukturelle Schwäche des NRW-Solarausbaus zurück: »Der Solarboom basierte in Nordrhein-Westfalen fast ausschließlich auf privaten Dachanlagen. Genau in diesem Segment gab es im letzten Jahr bundes- wie auch landesweit ein Minus von annähernd 30 Prozent.«
Diesen Einbruch konnte das Plus bei den solaren Freiflächenanlagen nicht wettmachen. Im Jahr 2025 sind in den fünf Regierungsbezirken von NRW insgesamt 218 Freiflächenprojekte mit einer Leistung von 380 MW neu in Betrieb gegangen. Mit einem Anteil von 19 Prozent der Gesamtleistung erreichte die »Freifläche« in NRW erstmals einen zweistelligen Prozentsatz.
Um einen Abbruch beim Ausbau aller regenerativer Energien in NRW zu verhindern, fordert Wolfgang Glahn, NRW-Regionalleiter der Enerparc AG, die Landesregierung auf, einen Netz-Gipfel einzuberufen. »Nicht nur im Windsektor hakt es bei den Netzanschlüssen, sondern auch zunehmend bei großen solaren Freiflächenparks und Batteriespeicherprojekten«, so Glahn. »Die Landesregierung wäre gut beraten, schnell die Bundesnetzagentur, viele Netzbetreiber, die Wind- und Solarbranche, die Politik und die Verbände an einen Tisch zu bringen, damit die Netze nicht zur Achillesferse für die NRW-Energiewende werden.« Die Zurückhaltung einiger Netzbetreiber, nach Angaben von LEE NRW vor allem von der Eon-Tochter Westnetz GmbH, ist für den Solarmanager unverständlich: »Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Netzsituation in NRW nicht so angespannt, dass fast alle Netzanschlussanträge für Batteriespeicher abgelehnt oder massiv verzögert werden müssen.«
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