Während dies in Deutschland noch diskutiert wird, ist es in den Niederlanden bereits Realität: die Zahlung von Gebühren für das Einspeisen von Solarstrom ins Netz. Nun sieht auch der Entwurf des österreichischen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) zusätzliche Netzentgelte für Einspeiser vor. »Ein aktuelles Problem für viele Haushalte sind die steigenden Netzkosten. Künftig werden auch die Erzeuger von Strom, einen Teil der Netzgebühren übernehmen müssen und damit einen Teil der Last der Haushalte übernehmen. Das entlastet Menschen und Betriebe und sorgt für mehr Fairness«, heißt es in einer Mitteilung des österreichischen Bundeswirtschaftsministeriums. Das Gesetz sei die »größte Energiereform seit 20 Jahren«, so Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Foto).
Der Verband Photovoltaic Austria kritisiert die geplanten Netzentgelte für Einspeiser: »Das Vorhaben, zusätzliche Netzentgelte für Einspeiser einzuführen, ist nicht nur äußerst kurzsichtig, sondern auch energiewirtschaftlich hochriskant«, warnt Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Photovoltaic Austria. »Flexibilitäten im Stromsystem, über deren Bedarf sich die gesamte Energiebranche einig ist, würden dadurch abgedreht werden. Wer soll noch Flexibilität bereitstellen, wenn genau das mit zusätzlichen Kosten bestraft wird?“
Kritisiert werden zudem die »vagen Aussagen zur sogenannten Spitzenkappung«. Bei drohender Netzüberlastung sollen PV-Anlagen nur noch bis zu 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen dürfen.
Der Verband befürchtet zudem, dass das geplante Gesetz den Strompreis in die Höhe treiben könnte. Österreich habe jetzt schon die zweithöchste Einspeisekomponente in der gesamten EU. Während Stromimporte aus dem EU-Ausland von Abgaben befreit und somit günstiger bleiben, würden heimische Produzenten zusätzlich belastet.
© PHOTON
Pressemitteilung Österreichisches Bundeswirtschaftsministerium
Pressemitteilung PV Austria


