Es hat nur 33 Sekunden gedauert, dann waren alle Mittel des jüngsten Photovoltaik-Fördercalls in Österreich ausgeschöpft. Zahlreiche Elektrotechnikbetriebe hatten laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) nicht einmal die Möglichkeit, erfolgreich in das Fördersystem einzusteigen.
Zusammen mit dem Branchenverband Photovoltaic Austria (PV Austria) fordert die WKÖ nun einen Systemwechsel bei der Photovoltaikförderung. »Wenn Förderungen innerhalb von 33 Sekunden vergeben sind, läuft etwas grundlegend falsch«, so Bundesinnungsmeister Christian Bräuer von der WKÖ. »Unsere Betriebe investieren viel Zeit in die Vorbereitung, beraten Kundinnen und Kunden umfassend und begleiten Projekte professionell. Wenn der Topf aber leer ist, bevor viele überhaupt ins System gelangen, sorgt das nur für Frust – bei Betrieben ebenso wie bei den Menschen, die in die Energiewende investieren wollen«, so Bräuer. Er kritisiert, dass die Politik die Expertise der Branche seit Monaten ignoriere. »Wir haben unsere Stimme bereits 2025 eingebracht, leider blieb diese von den Verantwortlichen bis heute ungehört.« Wenn Förderungen künftig nur nach diesem Prinzip vergeben würden, wäre es ehrlicher, ganz darauf zu verzichten. Die Bundesinnung fordert daher einen grundlegenden Systemwechsel. Anstelle kurzfristiger Fördercalls brauche es »ein ganzheitliches und langfristig planbares Fördersystem, das Investitionen ermöglicht und die Energiewende nachhaltig unterstützt«.
Unterstützung erhält die WKÖ von PV Austria. »Den Branchenverband erreichten zahlreiche Anrufe und Zuschriften von Betrieben sowie wütenden Endkund*innen. Für viele Unternehmen bedeutet eine Förderabsage gleichzeitig, dass bereits vorbereitete Projekte schlussendlich nicht umgesetzt werden«, heißt es in einer Mitteilung des Verbands. »Wir haben zahlreiche Rückmeldungen aus der Branche erhalten und uns unmittelbar an das Energieministerium und die Verantwortlichen gewandt. Es braucht jetzt einen Round Table, bei dem auch offen und ehrlich über alternative Investitionsanreize gesprochen wird. Wir stehen für Gespräche jederzeit bereit. Denn was es jetzt braucht, ist ein rasche unkomplizierte Lösung und nicht nur Ankündigungen für die Zukunft«, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.
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