In zwei Studien hat sich das Öko-Institut Freiburg mit einer »gerechten Verteilung« von Solar- und Windkraftanlagen beschäftigt. Als verschiedene Gerechtigkeitsaspekte wurden unter anderem eine gleichmäßige Verteilung über die verfügbare Fläche, ein Fokus auf Regionen mit hoher Stromnachfrage oder ein Ausbau unter Berücksichtigung einer gleichmäßigen Belastung der Bevölkerung ausgemacht.
Laut Öko-Institut hat die Standortwahl bei Windenergie erheblichen Einfluss auf die Stromerzeugung, die Systemkosten, die Emissionen und den Importbedarf. Bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen seien dagegen kaum Unterschiede festzustellen. Somit könnten gesellschaftliche Kriterien wie Landschaftsschutz, lokale Teilhabe oder Akzeptanz bei der Standortwahl für Photovoltaik-Freiflächen deutlich stärker gewichtet werden, ohne dass Effizienzverluste befürchtet werden müssten.
Die beiden Berichte sind Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt »EmPowerPlan«. In diesem Projekt wurde gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung sowie dem Reiner-Lemoine-Institut untersucht, wie der Ausbau erneuerbarer Energien regional gerecht, systemisch sinnvoll und sozial verträglich gestaltet werden kann. Neben der Modellierung von gerechten Verteilungen und Strommarkteffekten wurde in einem transdisziplinären Beteiligungsprozess mit der Region Oderland-Spree ein Konzept entwickelt, das aufzeigt, wie Beteiligung in der Regionalplanung frühzeitiger, inklusiver und sachorientierter ablaufen kann.
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