Nina Scheer, die energie- und klimapolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hat davor gewarnt, durch das Bestreben, neue Bezugsquellen für fossile Energieträger zu erschließen, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu verlängern. Mit Blick auf die Reise von Bundeskanzler Merz in die Golfregion sagte Scheer im Gespräch mit dem Sender Phoenix, man dürfe jetzt nicht den Fehler machen, »dass durch die Fragen der Versorgungssicherheit und der Aufteilung auf verschiedene Bezugsquellen, wir den Weg weg vom fossilen Gas gefährden«. Es dürfe nicht zu einer »schleichenden Verlängerung und Begünstigung« von fossilen Erdgas-Strukturen kommen. In den vergangenen Jahren habe man in der EU bereits einen erheblichen Rückgang des Verbrauchs von fossilem Gas erreicht, dies müsse weiter forciert werden.
Mit Blick auf die Menschenrechtssituation in den Golfstaaten sagte Scheer: »In dem Moment, wo man von den Produkten her betrachtet, noch eine Abhängigkeit hat, da ist man gut beraten, die Handelsbeziehungen, die dabei erforderlich werden, so aufzusetzen, dass man sie möglichst auch völkerverständigend nutzen kann.« Handelsabkommen könnten dazu beitragen, überhaupt erst einmal eine Gesprächsbasis zwischen Staaten zu erreichen.
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