Niederlande: Solar- und Windparkbetreiber sollen ab 2032 »Einspeisegebühr« zahlen, um Netzausbau zu finanzieren

Solar- und Windparkbetreiber
© Energie-Nederland

Die niederländische Wettbewerbsbehörde Autoriteit Consument en Markt (ACM) hat am 30. April bekannt gegeben, dass künftig große Stromerzeuger wie Solar- und Windparks sowie Kraftwerke an den Netzkosten beteiligt werden sollen. Die sogenannte „Einspeisevergütung“ soll frühestens am 1. Januar 2032 in Kraft treten, um dem Markt Zeit zur Anpassung zu geben. Die ACM beruft sich hierbei auf entsprechende Pläne in Deutschland, die derzeit ausgearbeitet werden. Ziel sei es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Derzeit tragen ausschließlich die Stromverbraucher diese Kosten.

Der niederländische Branchenverband Holland Solar kritisiert die Pläne. Die anhaltende Unklarheit über die Höhe der Vergütung führe zu aufgeschobenen Investitionsentscheidungen und bremse somit die Energiewende. Die Unsicherheit über ihre Ausgestaltung führe dazu, dass Betreiber großer Solaranlagen ihre Projekte nicht mehr finanziell rentabel gestalten könnten. Dies würde zu höheren Kosten für die Verbraucher führen, da mehr Energie aus dem Ausland importiert werden müsste.

Der Branchenverband Energie-Nederland erklärte, die aktuelle geopolitische Lage erfordere beschleunigte Investitionen in erneuerbare Energien. Der geplante Tarif bewirke jedoch das Gegenteil und führe dazu, dass die Verbraucher das Netz weniger effizient nutzen. Dabei liege gerade dort das größte Potenzial, das Netz tatsächlich effizienter zu nutzen, so die Organisation. Indem der Fokus auf die Erzeuger verlagert werde, blieben wichtige Möglichkeiten auf der Nachfrageseite, das Netz effizienter zu nutzen, weitgehend ungenutzt.

Energie-Nederland fordert die ACM deshalb auf, von einem Einspeisetarif abzusehen und sich voll und ganz auf eine Politik zu konzentrieren, die die Energiewende beschleunigt, statt sie zu behindern.

© PHOTON

Pressemitteilung Energie Nederland
Pressemitteilung Holland Solar

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