Über das verlängerte Pfingstwochenende wird aufgrund geringer industrieller Nachfrage bei gleichzeitig hoher Einspeisung aus Wind- und Solarenergie erneut mit stark negativen Strompreisen an der Börse gerechnet. Für den Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) ist dies »so ärgerlich wie unnötig: Wir hätten genügend Speicher und andere Flexibilitäten, wenn diese Lösungen nicht ausgebremst würden. Auch die vorgesehenen Gesetzesänderungen ändern nichts bis wenig an der überflüssigen Misere.«
Um negative Strompreise zu reduzieren, schlägt der BNE sieben Maßnahmen vor:
- Großspeicherhemmnisse konsequent abbauen
- Heimspeicher in den Markt integrieren
- intelligentes Laden zum Standard machen
- den Smart-Meter-Rollout beschleunigen
- die Flexibilisierung insbesondere von Dach-PV-Erzeugungsanlagen stärken
- die Steuerbarkeit aller Erzeugungsarten inklusive der Altkraftwerke (Kohle- Gas- und Biomassekraftwerke) verbessern
- Netze digitalisieren und dynamische Netzentgelte einführen
Die aktuell laufende Netzentgeltreform (AgNes-Prozess) müsse zu dynamisierten Entgelten führen, sodass die Netznutzer auf den aktuellen Netzzustand reagieren können. Parallel dazu sind laut BNE ambitionierte und sanktionsbasierte Zielvorgaben für Netzbetreiber notwendig, um dynamische Netzentgelte in der Praxis nutzbar zu machen. Der BNE merkt dazu an: »Fast kein Netzbetreiber kann das aktuell – trotz bestehender gesetzlicher Vorgaben und Fristen.«
Fazit des BNE: »Die Netzkrise muss überwunden werden. Mit diesen Maßnahmen können negative Strompreise deutlich reduziert, Systemkosten massiv gesenkt und erneuerbare Überschüsse effizient genutzt werden. Alle vorgeschlagenen Maßnahmen sind für den Bundeshaushalt kostenneutral bzw. entlasten den Haushalt u. a. durch höhere Marktwerte für erneuerbare Energien.«
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