Zwischen dem veröffentlichten Gutachten und dem ursprünglichen Entwurf des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) gibt es mehrere inhaltliche Unterschiede. Dies hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace herausgefunden. Greenpeace hatte die entsprechenden internen Unterlagen nach dem Umweltinformationsgesetz vom Ministerium erhalten.
Ein Vergleich der Originalfassung vom August 2025 mit der wenige Wochen später veröffentlichten Version des Monitoringberichts zeigt laut Greenpeace »subtile inhaltliche Eingriffe, die weit über redaktionelle Änderungen hinausgehen«. So seien kritische Aussagen zu Gaskraftwerken, Versorgungssicherheit, Investitionsrisiken, sozialen Kosten und regulatorischen Versäumnissen abgeschwächt oder umformuliert worden. Analysen, die das EWI in der Ursprungsfassung noch für notwendig erachtete, wurden in der geänderten Version des Ministeriums zu optionalen Handlungsempfehlungen. Aussagen zu den Kosten der Energiewende seien überhöht worden, »um Katherina Reiches 10-Punkte-Plan plausibler erscheinen zu lassen«, so die Vermutung von Greenpeace.
Laut Greenpeace wurden an 28 Stellen inhaltliche Veränderungen vorgenommen. So wurde etwa in einer Grafik das 80-Prozent-Ausbauziel für erneuerbare Energien entfernt und die Bewertung des Zubaus von Gaskraftwerken von »unwahrscheinlich« zu »fraglich« abgeschwächt.
»Der Monitoringbericht ist die Entscheidungsgrundlage für Milliardeninvestitionen und politische Weichenstellungen der Energiewende. Die Einflussnahme aus dem Wirtschaftsministerium auf ein unabhängig erstelltes Gutachten ist darum nicht zu rechtfertigen,« heißt es in einer Mitteilung von Greenpeace. Es drohe ein energiepolitischer Kurs, der auf geschönten Informationen beruhe.
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