Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (Mitnetz Strom) mit Sitz in Cottbus erleichtert den Ausbau erneuerbarer Energien in ihrem Netzgebiet. Wie der Netzbetreiber mitteilt, wird die schnelle Netzanschluss-Prüfung (SNAP) in Echtzeit für Projektierer nun auf die Hochspannungsebene erweitert. Mithilfe der Pro-Version des Tools SNAP können Anlagenbetreiber ab sofort Netzanschlusspunkte bis zu einer Einspeiseleistung von 100 Megawatt für Windkraft- und Photovoltaikanlagen finden. Bisher war dies nur für kleinere Vorhaben mit Leistungen bis 10 Megawatt in der Mittelspannung möglich.
Mithilfe des Tools wird der gewünschte Netzanschlusspunkt online abgefragt und innerhalb weniger Sekunden bewertet. Mitnetz Strom gehört eigenen Angaben zufolge zu den ersten Verteilnetzbetreibern in Deutschland, die einen solchen Kundenservice flächendeckend für das gesamte Netzgebiet in Echtzeit anbieten. Er richtet sich an alle Anlagenbetreiber, die den Anschluss einer Erzeugungsanlage für erneuerbare Energien planen. Zusätzlich ist ein Gesamtüberblick über freie Kapazitäten für Netzanschlüsse im Netzgebiet verfügbar.
Die neue Pro-Funktion steht angemeldeten Nutzern für 79 Euro pro Monat zur Verfügung. Die Anschlusspunkte umfassen derzeit Umspannwerke und 110-kV-Abspannmaste. Dabei wird bis zu einer Entfernung von zehn Kilometern zum Einspeisepunkt ein bearbeitbares Trassenrouting angeboten, das auch eventuelle Hindernisse automatisch berücksichtigt. Ab einer Entfernung von zehn Kilometern wird der Anschlusspunkt mittels Luftlinie definiert.
Mit SNAP, das Mitnetz Strom bereits seit 2020 anbietet, und der jetzt erhältlichen Pro-Version erfüllt der Verteilnetzbetreiber die perspektivischen Anforderungen aus § 17 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zur Digitalisierung der Netzanschlussprozesse bei Verteilnetzbetreibern bereits jetzt.
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