LEE-Befragung zeigt deutlich eingetrübte Stimmung der EE-Branche

LEE Branchenindex
© LEE Berlin Brandeburg e.V.

Kurz nach dem Amtsantritt der Bundesregierung im Mai 2025 hatte der LEE Berlin-Brandenburg seine Mitglieder erstmals für den Branchenindex befragt. Nun liegen die Ergebnisse für das Jahr 2026 vor.

Der vorsichtige Optimismus des Vorjahres hat sich in handfeste Verunsicherung gewandelt. So bewertet nur rund ein Drittel der Befragten seine Geschäftslage im laufenden Jahr als gut oder eher gut – im Vorjahr waren es noch die Hälfte. Zwei Drittel der Befragten sagen zudem, dass es ihnen heute wirtschaftlich schlechter geht als vor zwölf Monaten.

52 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten, bei den Akteuren der Windbranche sind es 58 Prozent. Auch die Solarbranche in Berlin und Brandenburg blickt pessimistisch in die Zukunft: Rund die Hälfte der befragten Akteure rechnet dort sowohl mit einer deutlichen Verschlechterung der Geschäftslage als auch mit Arbeitsplatzabbau. Nur noch jeder zehnte Branchenakteur erwartet eine Verbesserung seiner Geschäftslage. Im Vorjahr waren es noch zwei Drittel der Befragten.

Auf die Frage nach den Hauptgründen für die negative Entwicklung nennen 85 Prozent der Akteure über alle Energiesparten hinweg eine fehlende Planbarkeit und schwierige politische Rahmenbedingungen. Es folgen steigende Kosten für Material, Energie und Personal (46 Prozent) sowie Bürokratie und der Aufwand der Genehmigungsverfahren (38 Prozent).

Besonders deutlich äußert sich die Branche zu den laufenden Gesetzesvorhaben: Drei Viertel aller Befragten erwarten von der EEG-Novelle und dem Netzanschlusspaket in der aktuellen Fassung negative Auswirkungen auf ihre Geschäftslage. Bei der Frage nach konkreten Bedenken wurde der geplante Redispatch-Vorbehalt von nahezu allen Akteuren heftig kritisiert, daneben auch Aspekte des Netzzugangs und der Netzentgelte.

»Wenn die überwältigende Mehrheit der befragten Branchenakteure befürchtet, durch die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung wirtschaftlichen Schaden zu nehmen, dann ist das ein Alarmsignal«, warnt Sebastian Haase, Geschäftsführer des LEE Berlin Brandenburg. »Der Redispatch-Vorbehalt darf so nicht kommen. Unser Branchenindex zeigt eindeutig: Binnen eines Jahres ist die Stimmung gekippt, Investitionen in Milliardenhöhe sind gefährdet.«

© PHOTON

Pressemitteilung

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