Die Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zu Energiethemen befragt. Demnach lehnen Grüne und Linke neue Öl- und Gasbohrungen in der Ostsee ab, während CDU und FDP eine mögliche Förderung vor Usedom nicht grundsätzlich ausschließen. Gegen die LNG-Infrastruktur vor der Insel Rügen sprechen sich CDU sowie der BSW aus, während FDP, SPD, die Grünen und die AfD den Betrieb der Terminals am Standort Mukran mindestens für einen Übergangszeitraum befürworten. BSW und AfD fordern zudem die Reparatur und Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines für den Import von russischem Gas.
„Die Antworten der Parteien zeigen, wie unterschiedlich die energiepolitischen Vorstellungen für Mecklenburg-Vorpommern sind – und damit auch die Zukunftsvisionen für das Land“, so Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Wer neue Öl- und Gasbohrungen in der Ostsee nicht ausschließen will, gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Arbeitsplätze im Tourismus. Wer eine Rückkehr zu Nord Stream 2 fordert, möchte Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland wieder von Putins Gnaden abhängig machen. Gerade als Küstenland sollte Mecklenburg-Vorpommern den Schutz der einmaligen Ostseeküste und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien in den Mittelpunkt stellen, statt sich als fossile Drehscheibe zu positionieren.“
Das LNG-Terminal vor Rügen in Mukran soll nach Plänen der Deutschen ReGas ab 2027 durch ein weiteres Regasifizierungsschiff erweitert werden. Gleichzeitig plant das kanadische Unternehmen CEP die Förderung von Erdöl und Erdgas in der polnischen Ostsee unmittelbar vor Usedom. Eine Förderung ist allerdings bislang nicht genehmigt.
© PHOTON


