Die Hamburger 1Komma5° GmbH hat die öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Autos in allen 106 kreisfreien Städten und 294 Landkreisen in Deutschland analysiert. Unter allen 106 kreisfreien Städten Deutschlands ist Stuttgart mit großem Abstand Spitzenreiter mit der größten Dichte an öffentlichen Ladesäulen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt kommen auf 100 km2 1.880 Ladepunkte. Der allergrößte Teil davon entfällt auf Normalladepunkte (1.784).
Mit deutlichem Abstand und 1.221 Ladepunkten auf 100 km2 landet Regensburg auf dem zweiten Rang. Hier ist aber die Dichte an Schnellladepunkten sogar höher als in Stuttgart. Auf dem dritten Rang folgt Ingolstadt mit 1.080 Lademöglichkeiten auf gleicher Fläche zum Aufladen eines E-Autos.
In anderen Städten ist die Infrastruktur für E-Fahrzeuge deutlich schlechter ausgebaut. Die geringste Dichte öffentlicher Ladepunkte zeigt sich aktuell im thüringischen Suhl (50 Ladepunkte pro 100 km²), in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt (48 Ladepunkte) und Brandenburg an der Havel (41 Ladepunkte).
»Elektroautos sind der Schlüssel zu sauberer und günstiger Mobilität«, sagt Jannik Schall, Mitgründer und CPO von 1Komma5°. »Dafür muss die Ladeinfrastruktur überall so zuverlässig sein, dass sie den Umstieg erleichtert statt bremst. Die Daten zeigen, dass das noch nicht überall der Fall ist.«
Während Städte eine höhere Ladesäulendichte aufweisen, liegt diese in den 294 Landkreisen im Schnitt deutlich darunter. Hier reichen im Kreis Böblingen in der Nähe von Stuttgart bereits 276 Ladepunkte auf 100 km2 für die Spitzenposition. Dahinter reihen sich der südhessische Kreis Groß-Gerau (262 Ladepunkte auf 100 km2) und der Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen (244 Ladepunkte auf 100 km2) ein. Gerade einmal vier Ladepunkte kommen auf 100 km2 im Kreis Wittenberg bei Magdeburg und sogar nur jeweils drei im Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und in der Prignitz (Brandenburg).
Auch auf Bundeslandebene variiert die Ladesäulendichte erheblich. Mehrere Flächenländer liegen unter dem Bundesdurchschnitt, die Stadtstaaten erreichen Spitzenwerte. In Mecklenburg-Vorpommern kommen auf 100 km2 Fläche im Schnitt lediglich zehn Ladepunkte. Nur unwesentlich mehr findet man in Brandenburg und Sachsen-Anhalt (jeweils 13).
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg (95 und 82 Ladepunkte auf 100 km2) sind die Flächenländer mit den meisten Möglichkeiten zum Tanken eines E-Autos. Die beste Ladeinfrastruktur findet man in den Stadtstaaten. Während in Bremen 310 Ladepunkte auf 100 km2 kommen, sind es in Hamburg 474 und Berlin sogar 663.
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