An der A7 zwischen Hannover und Hamburg richtet sich der Strompreis für das Laden von Elektroautos nach dem Wetter. Der Anbieter Ladesonne betreibt am Autohof Schwarmstedt in Buchholz (Aller) einen Ladepark, dessen Preise sich nach der eigenen Solarerzeugung richten. Scheint die Sonne, kostet die Kilowattstunde 29 Cent. Das wird durch eine benachbarte 4,6-MW-Freiflächensolaranlage ermöglicht, deren Strom ohne Umweg über das öffentliche Netz in die Fahrzeuge fließt.
Liefert der Solarpark genug Strom, zahlen Kunden 29 Cent pro Kilowattstunde. Steht keine Eigenerzeugung zur Verfügung, orientiert sich der Preis dynamisch am Spotmarkt. Fließen beide Quellen gleichzeitig, wird ein anteiliger Mischpreis berechnet. Tagsüber liegt der Preis damit deutlich unter dem, was an Autobahn-Schnellladern üblich ist. Wie an einer Tankstelle zeigt eine Preistafel bei der Einfahrt den aktuellen Ladepreis. Wer abbiegt, sieht also schon vorher, ob gerade die Sonne lädt.
Hinter dem Konzept steht eine Kombination, die in der Branche selten ist: Ladesonne betreibt Ladeinfrastruktur und entwickelt Solarparks. So kann das Unternehmen die technischen und regulatorischen Fragen eines gemeinsamen Netzverknüpfungspunkts, des komplexen Messkonzepts und der Abrechnung von Solar- und Netzstrom aus einer Hand lösen.
Ladesonne sieht Schwarmstedt als übertragbares Modell – sowohl für bestehende Ladeparks ohne eigene Erzeugung als auch für neue Standorte, die von Beginn an mit einem Solarpark geplant werden. Das Unternehmen betreibt eigene Ladeinfrastruktur, tritt aber auch als reiner Entwickler und Betreiber von Solarparks auf und beliefert Ladeparkbetreiber über langfristige Stromlieferverträge (PPA). Ein besonderes Potenzial sieht Ladesonne beim Laden von E-Lkws im Schwerlastverkehr, deren Energiebedarf um ein Vielfaches über dem von E-Autos liegt.
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