Das Mainzer E-Mobility-Unternehmen Lade GmbH bringt mit »Lade one« ein AC-Ladesystem auf den Markt, das speziell für große Ladeinfrastrukturprojekte konzipiert wurde. Die skalierbare Komplettlösung ermöglicht ein- und dreiphasiges Laden mit bis zu 22 Kilowatt. Die ersten Projekte sollen nach Unternehmensangaben bereits im Mai 2026 realisiert werden.
»Lade one« integriert Wallboxen, Verkabelungssystem, Steuerung und Energiemanagement in einem System. Die Plug-and-Play-Lösung kann laut Lade etwa doppelt so schnell installiert werden wie Ladesysteme mit Stromschienen- oder Flachkabelsystemen. Die Systemarchitektur ermöglicht den Betrieb mehrerer Ladepunkte über eine mit 63 A abgesicherte Zuleitung. Ein MID-geeichter Zähler ist enthalten; eine eichrechtskonforme Variante soll im zweiten Halbjahr 2026 folgen. Die technologische Offenheit über OCPP- und Modbus-Schnittstellen sorgt für Flexibilität und Herstellerunabhängigkeit.
Hardwareseitig ist »Lade one« bereits für bidirektionales Laden ausgestattet, sodass diese Funktion bei Vorliegen der regulatorischen Rahmenbedingungen per Software-Update aktiviert werden kann.
Die Gesamtlösung wird durch den Energiemanager »Lade genius« und die von Lade entwickelte KI-Plattform Lana gesteuert. Das System ermittelt den tatsächlichen Ladebedarf, erstellt automatisch optimierte Ladepläne und berücksichtigt dabei die verfügbare Netzleistung, lokal erzeugte erneuerbare Energie, variable Stromtarife sowie stationäre Batteriespeicher.
»Wenn bidirektionales Laden in die Fläche kommt, wird es zum echten Gamechanger für die Energiewende«, sagt Dennis Schulmeyer, Geschäftsführer von Lade: »Genau dafür schaffen wir jetzt die Grundlage, mit skalierbarer, wirtschaftlicher Infrastruktur, die heute installiert wird und morgen eine sichere und saubere Energieversorgung ermöglicht, ohne erneute Eingriffe in die Hardware.«
Große Ladeinfrastrukturprojekte erhalten durch die aktuelle Förderkulisse zusätzlichen Rückenwind. Seit Anfang 2026 ist die Umsetzung eines E-Ladeparks für Wohnungs- und Immobilieneigentümer noch einmal deutlich wirtschaftlicher, da die Bundesregierung den Ausbau der Ladeinfrastruktur mit insgesamt 500 Millionen Euro unterstützt.
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