Kraftwerksstrategie: Von RWE ausgearbeitete Anforderungen an Ausschreibungen sind auf Gaskraftwerke zugeschnitten

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Der RWE-Konzern hat in einem Positionspapier seine Vorstellungen zu den Ausschreibungen für gesicherte Leistung im Rahmen der Kraftwerksstrategie formuliert. In dem Dokument, das in der Datenbank des Lobbyregisters des Bundestages abrufbar ist, heißt es: »Aufgrund der kritischen Versorgungslage muss durch die Ausschreibungen sichergestellt werden, dass ausreichend gesicherte Leistung zugebaut wird, damit auch längere Dunkelflauten sicher überbrückt werden können. Gaskraftwerke erfüllen diese Anforderung, da sie über einen unbegrenzten Zeitraum Strom einspeisen können. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken ist die Dauer der Einspeisung eines Batteriespeichers durch die gegebene Speichertiefe und den Ladestand auf einige Stunden begrenzt.«

Konkret fordert der Energiekonzern, dass die bezuschlagten Anlagen »mindestens die folgenden Anforderungen erfüllen« müssen:

  • »Zehn Stunden Stromeinspeisung mit Nettonennleistung muss zu jedem Zeitpunkt über den gesamten Vertragszeitraum sichergestellt sein.
  • Nach einem Abruf der 10 Stunden müssen Anlagen innerhalb von max. 2 Stunden wieder in der Lage sein, 10 Stunden Strom (bei Nettonennleistung) einzuspeisen, damit Dunkelflauten beherrschbar sind.
  • Das Gebot einer Teilleistung oder die Summierung der Speichertiefe über mehrere Anlagen ist nicht zulässig. Dies stellt sicher, dass Batteriespeicher nicht parallel entladen werden und so die Speichertiefe von 10 Stunden nicht unterschritten wird.«

Die 1Komma5° GmbH, die über virtuelle Kraftwerke und Speicher gesicherte Leistung aus erneuerbaren Energien bereitstellt und damit in Konkurrenz zu Gaskraftwerkbetreibern wie RWE steht, kritisiert, dass diese Anforderungen Batteriespeicher de facto von den Ausschreibungen ausschließen. Die von RWE geforderte Einspeisepflicht von zehn Stunden am Stück sei zwar technisch machbar, aber wirtschaftlich kaum wettbewerbsfähig. Die Anforderungserfüllung über mehrere Anlagen zu verbieten, nehme den Skalierungshebel, so das Unternehmen. Zudem wird die von RWE geforderte Aufhebung der 10-prozentigen Zuschlagsgrenze je Bieter beim Bau neuer Gaskraftwerke kritisiert.

»Das sorgt für steigende Strompreise und zementiert Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energien. Diese Positionen zu übernehmen, wäre politisch und volkswirtschaftlich fahrlässig«, kommentiert Philipp Schröder, CEO von 1Komma5°. »Speicher sind schnell und ermöglichen dadurch kurzfristige Systemdienstleistungen, das könnten träge Gaskraftwerke gar nicht liefern.«

© PHOTON

Veröffentlichung im Lobbyregister
Kritik von 1Komma5°

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