Kraftwerkspläne der Bundesregierung: BEE warnt vor fossilem Lock-in

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Der Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. (BEE) kritisiert den geplanten Neubau von bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerken durch die Bundesregierung. »Statt von Anfang an ein auf erneuerbare Energien ausgelegtes System zu schaffen, drohen neue Überkapazitäten an fossilen Gaskraftwerken und ein fossiler Lock-in mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten. Angesichts steigender CO2-Preise haben rein fossile Gaskraftwerke nur eine kurze Phase der Rentabilität, bevor sie zu Stranded Assests, also wertlosen Investitionen, werden«, so BEE-Präsidentin Simone Peter. Der BEE empfiehlt deshalb, eine ganzheitliche Flexibilitätsstrategie unter Einbindung aller Energieakteure zu erarbeiten. Neue Gaskraftwerke müssten zudem zwingend wasserstofffähig sein.

Die Kraftwerksstrategie der Ampel-Regierung sah lediglich Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke im Umfang von bis zu vier Mal 2,5 GW vor. Diese sollen ab einem im Jahr 2032 festzulegenden Umstiegsdatum zwischen 2035 und 2040 vollständig auf Wasserstoff umgestellt werden. Auch diese Pläne hatte der BEE kritisiert. Ein dezentrales Back-up aus erneuerbaren Energien, Speichern und Sektorenkopplungstechnologien könne kostengünstiger, systemdienlicher und klimafreundlicher Flexibilitäten zur Verfügung stellen, als es durch den alleinigen Fokus auf H2-Großkraftwerke möglich sei. Bioenergie-, KWK- und Wasserkraftanlagen stünden heute schon zigtausendfach als dezentrale Kapazitäten zur Verfügung und könnten weiter flexibilisiert werden bzw. würden, wie im Falle der Speicher, schnell wachsen. Auch grüner Wasserstoff sei perspektivisch eine Flexibilitätsoption.

»Um auch strukturell den Zubau von Flexibilitäten anzureizen, ist das Strommarktdesign EU-konform zu reformieren, die Überbauung der Netzverknüpfungspunkte wie im Koalitionsvertrag angekündigt voranzubringen und die bisherige zeitliche Förderung für erneuerbare Energien in eine Mengenförderung zu überführen. Auch das Geothermie- und Wärmepumpengesetz aus der letzten Legislatur ist zu finalisieren und das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz zu erweitern. Zudem muss auf Verbraucherseite die Flexibilität durch die Dynamisierung der Netzentgelte und die Reduzierung von Stromsteuer und Netzentgelten unter Berücksichtigung von Flexibilitätsanreizen vorgenommen sowie die Digitalisierung und der Rollout intelligenter Messsysteme vorangetrieben werden. Wärmepumpen, e-Autos und Batterien tragen schnell wachsend zur bürgernahen Flexibilität bei, wenn die Anreize und der regulatorische Rahmen passen«, so Peter abschließend.

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BEE-Positionspapier zur Kraftwerksstrategie
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