Die Juwi GmbH aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz), ein Tochterunternehmen der MVV Energie AG, hat eine umfassende Restrukturierung bekannt gegeben. Demnach sollen bei dem Projektentwickler für Solar- und Windparks 280 Stellen abgebaut werden. Insbesondere verschärfter Wettbewerb, sinkende Zuschlagssätze in Auktionen, steigende Kosten, begrenzte Netzanschlüsse und dadurch sinkende Margen hätten in den vergangenen Monaten zu hohem wirtschaftlichem Druck geführt. Die schwierigeren Rahmenbedingungen der Energiemärkte im In- und Ausland sowie strukturelle Herausforderungen machten eine Anpassung der Organisation inklusive eines Personalabbaus bei Juwi notwendig.
Die neue Organisation wurde gestern Nachmittag auch der Belegschaft in Deutschland vorgestellt. »Uns ist bewusst, dass die Restrukturierung und wirtschaftliche Transformation von Juwi schmerzhafte Entscheidungen mit sich bringen. Wir werden Bereiche und Funktionen grundlegend optimieren und neu aufstellen. Gleichzeitig dimensionieren wir die Größe unseres Geschäfts entsprechend. In der Folge wird es bedauerlicherweise auch notwendig sein, uns von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu trennen«, sagte Juwi-CEO Jost Backhaus.
In diesem Zusammenhang wird sich auch die Zusammensetzung der Geschäftsführung verändern. Ab Oktober 2026 wird diese nur noch aus zwei Personen bestehen: Dem bisherigen CEO Jost Backhaus und dem neuen CFO Thomas Hüsgen (Foto). Hüsgen ist derzeit Finanzvorstand bei Zelestra Deutschland und verfügt laut Juwi über 20 Jahre Erfahrung in verschiedenen Führungspositionen in den Bereichen Steuern, Controlling, Rechnungswesen, Finanzen und Recht bei RWE, Innogy und Eon. Christian Arnold, Geschäftsführer und verantwortlich für das operative Geschäft von Juwi in Deutschland, wird das Unternehmen zum 30. September 2026 verlassen. Stephan Hansen, Geschäftsführer und verantwortlich für Juwi International, wird sein Mandat zum selben Zeitpunkt niederlegen und das Unternehmen zum 30. Juni 2027 verlassen. Bis dahin soll er Juwi als Senior Advisor im internationalen Projektgeschäft unterstützen.
Aktuell baut Juwi eigenen Angaben zufolge in Deutschland, Italien, Griechenland, Südafrika und den USA Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt. In den letzten beiden Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur im November und Februar konnte sich Juwi zudem in Deutschland Zuschläge für 64 Windenergieanlagen und eine Gesamtleistung von 390 Megawatt sichern. Auch bei der jüngsten PV-Ausschreibung war Juwi erfolgreich. »Dies ist eine sehr gute Basis, um auch nach der Restrukturierung erfolgreich hochwertige Energieprojekte bauen und verkaufen zu können«, erklärt Backhaus. »Mit der Restrukturierung schaffen wir die Grundlage für mehr Effizienz, klare Marktfokussierung und nachhaltige Profitabilität.« Die neue Struktur soll ab Oktober in Kraft treten.
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