Die italienische Regierung hat die Förderkriterien für erneuerbare Energien überarbeitet und ein spezielles Auktionsverfahren für Photovoltaikanlagen ohne chinesische Komponenten eingeführt. Damit gehört Italien zu den ersten EU-Ländern, die die Resilienz-Kriterien des europäischen »Net-Zero Industry Act« in die Praxis umsetzen.
Das am 4. August vom Minister für Umwelt und Energiesicherheit, Gilberto Pichetto Fratin, unterzeichnete und am 27. August auf der Website des Ministeriums veröffentlichte FER-X-Übergangsdekret führt für Ausschreibungen von PV-Anlagen ein spezielles »Anti-China«-Kontingent ein. Dieses soll maximal 20 Prozent des verfügbaren PV-Kontingents betragen.
Um an dieser speziellen Auktion teilnehmen zu können, müssen PV-Anlagen mit einer Leistung von einem Megawatt sicherstellen, dass
a) das Solarmodul nicht in China zusammengebaut wurde
b) die Solarzellen ihren Ursprung nicht in China haben
c) die Wechselrichter ihren Ursprung nicht in China haben
d) mindestens eine andere der in der Solartechnologieliste unter im Anhang der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1178 vom 23. Mai 2025 aufgeführten Komponenten ihren Ursprung nicht in China hat.
Beim Net Zero Industry Act (NZIA) handelt es sich um eine EU-Verordnung, die 2024 erlassen wurde, um die heimische Lieferkette für saubere Technologien zu stärken und die strategische Abhängigkeit von Lieferanten außerhalb der EU zu verringern. Gemäß Artikel 26 des NZIA müssen die Mitgliedstaaten ab dem 30. Dezember 2025 für mindestens 30 Prozent der jährlich versteigerten Kapazität an erneuerbaren Energien (oder mindestens sechs Gigawatt pro Jahr) »nicht-preisliche Kriterien« anwenden.
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