IG Metall fordert nach Meyer Burger-Aus Local-Content-Strategie

Thorsten Gröger
© Stephan Guthahn, Agentur lieb.ich.

Für die IG Metall ist die Schließung der Meyer Burger-Standorte in Deutschland weit mehr als die Krise eines einzelnen Unternehmens. »Sie ist ein Fanal«, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. »Es ist noch nicht lange her, da war die deutsche Solarindustrie ein globaler Taktgeber. Forschung, Entwicklung und Produktion bildeten ein einzigartiges Geflecht im Herzen Mitteldeutschlands. Aus dem ‚Solar Valley‘ gingen Innovationen hervor, die die Energiewende überhaupt erst möglich machten«, so die IG Metall weiter. Heute liege dieses Erbe in Trümmern.

»Es geht nicht nur um Meyer Burger und nicht nur um Wolfen-Thalheim«, erklärt Thorsten Gröger (Foto), Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. »Es geht um die Frage, ob Deutschland und Europa noch selbst Akteure der Energiewende sind oder ob wir nur noch Konsumenten fremder Technologien bleiben. Deutsche Unternehmen waren Pioniere in der Photovoltaikbranche, und Deutschland war lange vorne dabei bei der Produktion und der installierten Menge an Solarmodulen. Wir haben sie durch Managementfehler, politische Versäumnisse und globales Dumping verloren. Man muss es klar benennen: Das ist industriepolitisches Versagen!«

Die IG Metall mahnt: Sachsen-Anhalt dürfe nicht dem Irrglauben erliegen, sich ohne Industrie Wohlstand sichern zu können. Ohne industrielle Wertschöpfung, ohne Produktion und ohne Technologie werde das Land unweigerlich ins Abseits geraten.

Die IG Metall fordert nun ein massives Nachsteuern der Politik, wozu auch eine klare Local-Content-Strategie gehöre. Europa dürfe sich nicht länger von den Dumpingpreisen der chinesischen Konkurrenz abhängig machen.

© PHOTON

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