Insgesamt zwölf Solarstromspeicher nahmen an der diesjährigen Stromspeicher-Inspektion der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin teil. Es gibt neue Testergebnisse für Produkte von BYD, Fox ESS, Fronius, Kostal, SAX Power und SMA, die allesamt die Effizienzklasse A erreichten. In diesem Jahr bewertete die HTW Berlin die Solarstromspeicher erstmals in Kooperation mit Aquu, einer Ausgründung der HTW Berlin.
Mithilfe des von der HTW Berlin entwickelten System Performance Index (SPI) können Solarstromspeicher in den Leistungsklassen 5 und 10 Kilowatt verglichen werden. Unter den Speichersystemen mit 10-kW-Hybridwechselrichtern setzte sich der PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS mit einem SPI von 97 Prozent durch. Der neue Testsieger sticht vor allem mit sehr hohen mittleren Wirkungsgraden von über 97,6 Prozent und einem geringen Stand-by-Verbrauch von nur vier Watt hervor. Die Effizienzklasse A erreichten außerdem die Speichersysteme von RCT Power, Energy Depot, Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD, deren SPI-Wert über 95 Prozent liegt. Das Schlusslicht des Speichervergleichs erreicht lediglich einen SPI von 89,3 Prozent und landet in der Effizienzklasse G. Ursache hierfür sind hohe Verluste im Batteriespeicher sowie ein Stand-by-Verbrauch von 64 Watt, welche die Effizienz des Systems schmälern.
In der kleineren Leistungsklasse bis 5 Kilowatt setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus, das auf der sogenannten Multi-Level-Technologie beruht, als Spitzenreiter durch. Unter den 5-kW-Geräten mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI erreichen. Dicht dahinter folgte Kostal mit dem Hybridwechselrichter Plenticore MP G3 M 4.6, der erstmals zusammen mit dem neuen Batteriespeicher BYD Battery-Box HVS+ 7.7 bewertet wurde.
Die Energieeffizienz eines Speichersystems ist wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium beim Speicherkauf sein. Deshalb haben die Berliner Wissenschaftler in diesem Jahr erstmals die Garantiebedingungen von 20 namhaften Herstellern genauer unter die Lupe genommen und zum Teil große Unterschiede festgestellt. Ein Beispiel: Je nach Speichersystem garantiert der Hersteller, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 bis 85 Prozent des Anfangswerts sinkt. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist das für die Privatpersonen, die den Speicher betreiben. »Ein Blick in die Garantiebedingungen vor dem Speicherkauf kann unangenehme Überraschungen im Schadensfall vermeiden. Vorteilhafte Garantiebedingungen erkennen Sie unter anderem daran, dass der Hersteller Ihnen keine umfassenden Nachweispflichten auferlegt und dass er im Schadensfall die Kosten für den Austausch übernimmt«, sagt Nico Orth von der HTW Berlin. Weitere Empfehlungen geben die Autoren der Stromspeicher-Inspektion in der 66-seitigen Studie.
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