Ein Team von Studierenden der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) hat ein kostenloses Online-Tool entwickelt, das einen einfachen und visuellen Zugriff auf Regelenergie-Daten in Deutschland bietet. Trotz der zunehmenden Bedeutung sei das Thema Regelenergie im öffentlichen Diskurs wenig präsent, die Daten zu Einsatzzeiten, Mengen und Preisen seien komplex und schwer verständlich, so die HTW Berlin. Das im Studiengang Regenerative Energiesysteme entwickelte Tool soll diese Lücke schließen und die Funktionsweise und Bedeutung von Regelenergie sichtbar, nachvollziehbar und auch für Endverbraucher verständlich machen.
Im Mittelpunkt stehen Visualisierungen, die aufzeigen, wann und in welchem Umfang Sekundärregelenergie (aFRR) und Minutenreserve (mFRR) im Stromnetz eingesetzt wurden. Die Nutzer können sich durch verschiedene Zeiträume bewegen und erkennen, wie sich der Regelenergieeinsatz im Tages- oder Jahresverlauf verändert – beispielsweise durch typische Lastspitzen am Morgen und Abend oder saisonale Unterschiede im Verbrauchsverhalten.
Darüber hinaus stellt das Tool historische Preisentwicklungen dar und zeigt auf, in welchen Situationen Regelenergie besonders teuer ist – etwa bei Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Windflauten. Auch Unterschiede zwischen positiver und negativer Regelenergie werden sichtbar, also ob mehr Strom bereitgestellt oder aus dem Netz genommen werden muss.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme steigt der Bedarf an Regelenergie nicht automatisch mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, so die HTW Berlin.
Die vorliegende Analyse zeigt:
1. Die abgerufene und bereitgestellte Sekundärregelenergie ist in den letzten zehn Jahren deutlich zurückgegangen.
2. Großereignisse mit besonders hohem Regelenergieeinsatz treten seltener auf.
3. Batteriespeicher beteiligen sich zunehmend am Sekundärregelenergie Markt.
4. Grund dafür sind unter anderem verbesserte Prognosen, die es Stromanbietern ermöglichen, ihren Bedarf präziser zu planen und frühzeitig am Markt auszugleichen – bevor Regelenergie benötigt wird.
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