Höchster Stand des Jahres: Preis an der Strombörse erreichte gestern 747,10 €/MWh

Strombörse
© 1Komma5° / Bundesnetzagentur / Smard.de

Gestern Abend erreichte der Strompreis am Spotmarkt (EPEX SPOT) in Deutschland um 20:30 Uhr mit 747,10 €/MWh (74,7 Cent/kWh vor Steuern und Abgaben) seinen bisherigen Jahreshöchstwert für 2026 und lag damit deutlich über dem Spitzenwert aus dem Vorjahr von 583,40 €/MWh. Das Systemhaus 1Komma5° hat die Höchstwerte der vergangenen Jahre in einer Übersicht zusammengestellt (siehe Grafik). Demnach gab es bereits im Jahr 2024 einen noch höheren Strompreis am Spotmarkt von 936,28 €/MWh. Allerdings ist das Jahr 2026 noch nicht zu Ende. Die Auswertung beruht auf Daten der Bundesnetzagentur.

»Preisspitzen, wie wir sie heute sehen, sind ein Symptom für die fehlende Flexibilität in unserem Stromnetz«, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5°. »Der Ausbau von Speicherkapazitäten und intelligenter Steuerung muss schneller vorangehen. Anstatt bei hoher Nachfrage teure Reservekraftwerke hochzufahren, könnte mittags gespeicherter Solarstrom die Preise dämpfen. Nur wenn wir Systeme wie E-Autos und Heimspeicher künftig flächendeckend und netzdienlich einsetzen, glättet das die Preise und entlastet unsere Infrastruktur dauerhaft.«

Dieses Phänomen ist eine direkte Folge der sommerlichen Wetterbedingungen. Tagsüber sorgt die Sonne noch für ein enormes Stromangebot und niedrige Preise. Gegen Abend sinkt die Stromerzeugung durch Photovoltaik jedoch deutlich, während der Wind fast vollständig abflaut. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch, beispielsweise durch Klimaanlagen und Ventilatoren, aufgrund der anhaltenden Hitze. Da das kurzfristige Hochfahren von Gaskraftwerken teuer ist und diese aufgrund des Merit-Order-Prinzips preisbestimmend sind, steigen die Preise rasant an.

»Verbraucherinnen und Verbraucher mit dynamischem Stromtarif sollten auf eine intelligente Steuerung und Speicher setzen, die den Verbrauch vollautomatisch aus teuren Peak-Phasen verschieben, damit man sich im Alltag keine Sorgen mehr um Preissprünge machen muss,« so Schall.

© PHOTON

Pressemitteilung Smard.de

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