Die Hochschule Bremerhaven hat Ergebnisse zu autarken Inselnetzen veröffentlicht, die fast vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Eines dieser Netze versorgt bereits seit einigen Jahren einen Teil der Hochschule mit Strom. Seit 2021 steht ein entsprechender Container vor Haus C der Hochschule. Er ist Teil eines kleinen Microgrids, eines Inselnetzes, in dem Energie aus Wind und Sonne gewonnen und entweder ins Stromnetz geleitet oder in Form von Wasserstoff gespeichert wird. Dafür ist er mit verschiedenen technischen Komponenten wie einem Elektrolyseur, einer Brennstoffzelle und Stromwandlern ausgestattet. Entwickelt und errichtet wurde der Microgrid-Container als Testlabor im Rahmen des Projekts »Wasserstoff – Grünes Gas für Bremerhaven« von einem Team um Professor Uwe Werner.
Die Ergebnisse zeigen: Das Microgrid funktioniert nicht nur in theoretischen Berechnungen. »Wir versorgen mit dem erzeugten Strom die Maschinenhalle in Haus C. Überschüssige Energie wird in Batterien und in Form von Wasserstoff gespeichert«, erklärt Uwe Werner. An manchen Tagen liefern die Anlagen sogar so viel Energie, dass diese ins Netz eingespeist werden kann. Dann sei das Hochschulgebäude nahezu autark. »Grundsätzlich lässt sich das für jedes Wohngebiet so planen. Nur der Microgrid-Container müsste größer sein und man bräuchte mehr Gasflaschen, um den Wasserstoff zu speichern«, sagt Werner.
Was für Privatpersonen derzeit noch nicht konkret geplant ist, befindet sich für Unternehmen im Süden Bremerhavens bereits im Aufbau. Im Lune Delta entsteht ein nachhaltiges Gewerbegebiet, das autark und ausschließlich mit erneuerbarer Energie versorgt werden soll. Das Projekt »IWAS Lune Delta« hat dazu erste Ergebnisse geliefert. So wurde beispielsweise untersucht, ob das Microgrid nicht nur die gesamte elektrische Energieversorgung, sondern auch die thermische Energieversorgung des Gewerbegebiets gewährleisten kann. Dabei ist unter anderem ein Tool entstanden, mit dem sich der Wärme- und Stromverbrauch verschiedener Unternehmen berechnen lässt. Dadurch lässt sich erfassen, wie viel Energie pro Tag zur Verfügung stehen muss und ob es sinnvoll ist, wenn sich mehrere Firmen zusammenschließen, um beispielsweise entstehende Abwärme zu nutzen, statt sie an die Umwelt abzugeben. »Im Optimalfall kann man darauf verzichten, das Gebiet überhaupt an das Strom- und Wärmenetz anzuschließen«, sagt Werner.
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