Eine vom Umweltinstitut München und der Berliner GasWende-Initiative in Auftrag gegebene Studie des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM geht davon aus, dass die sinkende Gasnachfrage dazu führt, dass viele Gasnetzbetreiber einen wirtschaftlichen Netzbetrieb nicht mehr sicherstellen können und die Netze daher bis 2045 stilllegen werden. Die im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vorgesehene Beimischung von Biogas könne diese Entwicklung nicht stoppen, sondern sorge für zusätzliche Kosten. Das GModG sieht vor, den Einbau neuer Gasheizungen wieder unbegrenzt zu ermöglichen, wobei unter anderem auf steigende Anteile erneuerbarer Gase im Netz gesetzt wird. Für bestehende Heizungen soll eine »Grüngasquote« den Biogasanteil im Netz steigern. Wer sich ab 2029 eine neue Gasheizung einbaut, muss zusätzlich einen Vertrag mit ebenfalls steigendem Biogas-Anteil nachweisen.
Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Umfang diese Gase künftig tatsächlich über bestehende Gasnetze zu den Haushalten gelangen können und welche Kosten damit verbunden wären. Dazu wurden die Gaskosten pro Haushalt je nach verbleibender Auslastung des Gasnetzes berechnet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Gasnetze in Wohngebieten auch unter dem neuen Heizungsgesetz bis 2045 großflächig stillgelegt werden, da die Energieversorger zu diesem Zeitpunkt keine wettbewerbsfähigen Gaspreise mehr anbieten können. Ein Umstieg auf Biogas funktioniere nicht, da ein Großteil der Haushalte zu Wärmepumpen oder Wärmenetzen wechseln würde. Ohne ausreichend Kunden sei ein wirtschaftlicher Betrieb der Gasnetze jedoch nicht mehr möglich.
»Steigende Gaspreise können die Energieversorger nicht unbegrenzt auf ihre Kund:innen umlegen. Die Studie zeigt, dass die Kombination aus teurem Biogas und immer höheren Netzentgelten für die meisten Menschen nicht bezahlbar sein wird. Die Grüngasquote und die Bio-Treppe führen deshalb ins Nichts«, so das Fazit von Till Irmisch, Referent für Energiepolitik am Umweltinstitut.
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