Wärmepumpen und Wärmenetze sind die tragenden Säulen der zukünftigen Wärmeversorgung. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Ausgabe der Studie »Kommunale Wärmeplanung in Deutschland« des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des Öko-Instituts. Die aktuelle Auswertung basiert nach Angaben des Fraunhofer ISE auf einer deutlich breiteren Datenbasis als die erste Auswertung von Mai 2025 und deckt erhebliche Lücken bei den Annahmen zur Gebäudesanierung, beim geplanten Einsatz von Biomasse sowie bei der Berücksichtigung industrieller Prozesswärme auf.
Die erweiterte Auswertung bekräftigt die Zielkonflikte bei der Nutzung biogener Energieträger. Erstmals wurden neben dezentralen Heizungen auch die Biomassenutzung in Wärmenetzen berücksichtigt, soweit entsprechende Angaben vorlagen. In 63 Prozent der untersuchten Kommunen liegt der für das Jahr 2045 geplante Verbrauch biogener Energieträger über dem jeweils lokal ausgewiesenen Potenzial. Aufsummiert über alle ausgewerteten Pläne hinweg, übersteigt der geplante Verbrauch das Potenzial um fast 40 Prozent. Die Kommunen gehen somit teilweise davon aus, Biomasse aus anderen Regionen oder dem Ausland beziehen zu können. Werden solche Annahmen in einer Vielzahl von Wärmeplänen getroffen, können Nutzungskonkurrenzen entstehen, warnt das Fraunhofer ISE.
Bis 2045 sollen Wärmepumpen rund 42 Prozent und die leitungsgebundene Wärmeversorgung (Wärmenetze) rund 37 Prozent der Wärmeversorgung abdecken. Bereits heute verfügen 71 Prozent der untersuchten Kommunen über mindestens ein Wärmenetz. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 91 Prozent und bis 2035 auf 95 Prozent steigen. Gleichzeitig soll der Anteil der über Wärmenetze bereitgestellten Wärme in diesen Kommunen von derzeit rund 15 Prozent auf 38 Prozent im Jahr 2045 steigen.
Über alle ausgewerteten Wärmepläne hinweg sinkt der angenommene Endenergiebedarf für Wärme bis 2045 um rund 32 Prozent. Zwei Drittel der untersuchten Kommunen setzen dabei für ihre Gebäude eine jährliche Sanierungsrate voraus, die über dem historischen Vergleichswert von etwa einem Prozent liegt. Ob und unter welchen Rahmenbedingungen diese höheren Sanierungsraten tatsächlich erreicht werden können, bleibe jedoch vielfach offen.
Für die zweite Ausgabe wurden rund 380 Wärmepläne ausgewertet, die etwa 940 Kommunen umfassen.
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